Jeder Zehnte im Landkreis ist behindert

Mühldorf - Jeder zehnte Mensch im Landkreis Mühldorf ist behindert. Das zeigt eine neue Statistik, die die Behindertenbeauftragte des Landkreises in Auftrag gegeben hat.

Die Zahl der Behinderten im Landkreis Mühldorf steigt, das hat die Behindertenstatistik ergeben, die die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Claudia Hausberger, in Auftrag gegeben hat. Der Landkreis Mühldorf liegt für 2010 mit 11,1 Prozent von 110263 Einwohnern im bayernweiten Durchschnitt von 11,3 Prozent. "Es gibt seit einigen Jahren den Trend zu leicht steigenden Zahlen", sagt Hausberger. Im Landkreis lag die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr nur bei 0,3 Prozent, im Langzeitvergleich zeichne sich aber eine kontinuierliche, wenn auch leichte Steigerung ab, so Hausberger.

Die Zunahme liege zum einen am steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung und daran, dass auch Schwerbehinderte durch die verbesserten medizinischen Möglichkeiten, die Chance haben, ein längeres Leben zu führen als noch vor einigen Jahrzehnten. Keinesfalls werden die Geburten behinderter Kinder mehr, betont Hausberger. "Im Gegenteil, es werden wegen Geburtenkontrolle und der gelockerten Abtreibungsregeln eher weniger behinderte Kinder geboren", sagt sie. Im Landkreis leben im vergangenen Jahr 17 behinderte Kinder zwischen 0 und 4 Jahren.

Insgesamt zählte der Landkreis laut Statistik 2010 6662 behinderte Männer und 5618 behinderte Frauen - insgesamt 12.280 Menschen oder 11,1 Prozent der Gesamteinwohnerzahl. Per Definition fallen unter den Begriff "behindert" alle Arten der körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung zwischen 30 und 100 GdB (Grad der Behinderung), erklärt Hausberger. Darunter fallen Altersgebrechen, wie Einschränkungen beim Gehen, Schwerhörigkeit, Diabetes und Depression. "9500 der 12.280 Behinderten im Landkreis haben einen Behindertengrad von mehr als 50 und gelten damit als schwerbehindert".

Unter den einzelnen Gemeinden und Städten im Landkreis gebe es nur leichte Unterschiede, sagt sie, "prozentual sind sich alle sehr ähnlich."

Für manche Behinderungen, wie Schwerhörigkeit oder körperliche Einschränkungen, steige die Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter. Insofern sei die Behindertenstatistik auch ausschlaggebend für die Seniorenarbeit. "Ob barrierefreie Bauten oder Anpassungen der Wegbreite für behinderte oder ältere Menschen gemacht werden ist letztlich egal", sagt sie, "Hauptsache sie werden gemacht."

Kontakt über das Landratsamt: 08631 / 6990

nl/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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