Elf Millionen Euro für Strom

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Hohe Investitionen in den Netzausbau sind nach Aussage von Matthias Urban, Leiter des Netzcenters Ampfing (links), und Christian Nagel, Regionalleitung Oberbayern, nötig, um mit der rasanten Entwicklung von Fotovoltaikanlagen mithalten zu können.

Mühldorf/Ampfing - Eon Bayern investiert in den Netzausbau. Der Grund ist der Bau zahlreicher Fotovoltaikanlagen im Landkreis.

250 Millionen Euro investiert Eon Bayern in diesem Jahr bayernweit in die Stromnetze. Rund 80 Millionen Euro gehen nach Oberbayern, elf Millionen entfallen auf das Netzcenter Ampfing, das für den Landkreis zuständig ist. Treibender Faktor ist der zunehmende Ausbau regenerativer Energien und die damit verbundene dezentrale Einspeisung.

Der Stromkonzern steht damit vor einer neuen Herausforderung: Gerade in dünn besiedelten Gegenden ist das 100-jährige Netz den Leistungsanforderungen nicht gewachsen. "Die Kapazitäten der Leitungen reichen nicht aus, die explosionsartige Einspeisung aufzunehmen", erklärt Christan Nagel, Regionalleitung Oberbayern.

2007 lag die Zuwachsrate im Netzgebiet von Eon Bayern bei 10.000 Anlagen, 2008 waren es 17.000, 2009 kamen 350.000 Anlagen hinzu.

Der Trend hält weiter an: In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit 50.000 weiteren Anlagen. "An sonnigen Tagen mit geringer Stromabnahme überschreiten wir zum Teil schon die Gebietsnetzlast", sagt Nagel. An leistungsstärkeren Leitungen und Umspannungswerken führt somit kein Weg vorbei. Nur so ließen sich auf Dauer Störungen im Netz oder Ausfälle von Anlagen vermeiden.

Die Schwierigkeit: "Die Gegebenheiten ändern sich laufend", sagt Christian Nagel. Wo die Kapazitäten noch ausreichen, kann mit dem Anschluss neuer Anlagen bald die Grenze erreicht sein. Kurzfristig planen lässt sich so etwas nur schwer.

Den Ausbau des Netzes bekommen die Bürger gelegentlich direkt zu spüren: Wenn neue Leitungen in die Erde verlegt oder neue Trafostationen errichtet werden. Für dieses Jahr sind im Bereich des Netzcenters der Neu- beziehungsweise Umbau von 60 Trafostationen vorgesehen. Investitionsvolumen: 1,2 Millionen Euro.

Die Instand- und Wartungskosten im bayerischen Netzgebiet liegen für 2010 bei 3,5 Millionen Euro, das Investitionsvolumen bei etwa 5,6 Millionen Euro. 2,5 Millionen Euro fallen für den Ausbau von Umspannwerken an. Für den Landkreis Mühldorf fallen für Instandhaltung und Wartung mehr als 1,2 Millionen Euro an, in das Netz werden 1,9 Millionen Euro investiert. Hinzu kommen 1,1 Millionen Euro für Umspannwerke. Größtes Projekt ist das Umspannwerk Zeiling, dessen Kosten bei rund vier Millionen Euro liegen.

Der Boom bei Fotovoltaikanlagen führt zu Engpässen beim Netzausbau. "Es fehlen die ausführenden Firmen, die die Bautätigkeiten durchführen. Der Markt ist leer, das Pensum ist nicht abzuarbeiten", erklärt Matthias Urban, Leiter des Netzcenters Ampfing. Dies führt zu Wartezeiten beim Anschluss neuer Anlagen. Die Kunden haben dafür nicht immer Verständnis.

Verbunden mit den Kürzungen der Fördergelder sind zwar die Anträge zurückgegangen, eine Tendenz gegen null zeichnet sich allerdings nicht ab. Im Gegenteil: "Dies wird auch so weiter gehen. Die Investitionen werden eher höher ausfallen", sagt Nagel. Und um diesen Leistungsschub zu begegnen, plant Eon Bayern sich personell zu verstärken. Siehe auch nebenstehenden Artikel: "Die Zeche zahlt der Kunde."

hi/Mühldorfer Anzeiger

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