Benedikt Steingruber im Gespräch

Leiter des Mühldorfer Gesundheitsamtes über Corona-Impfung: Schwere Komplikationen nicht bekannt

Eine Pflegekraft am Uniklinikum Frankfurt erhält eine Covid-Impfung. Die ersten Dosen des Biontech/Pfizer Impfstoffs werden verabreicht.
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Ein kleiner Piks: Eine Pflegekraft lässt sich gegen das Coronavirus impfen.

Dr. Benedikt Steingruber, der Leiter des Gesundheitsamts in Mühldorf spricht im Interview über Risiken und Nebenwirkungen der Corona-Imfpung, zum Start. Und er verrät, ob er sich auch selbst impfen lässt.

Welche Nebenwirkungen kann eine Corona-Schutzimpfung haben?


Lässt sich auch impfen: Benedigt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamts in Mühldorf.

Dr. Benedigt Steingruber: Vergleichbar mit anderen Impfungen kann es durch die Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Impfreaktionen kommen. Lokale Impfreaktionen oder Allgemeinreaktionen treten in der Regel in den ersten zwei Tagen nach der Impfung auf, die Beschwerden sind vorübergehender Natur.


Welche Redaktionen des Körpers sind möglich?

Steingruber: Häufige bekannte Impfreaktionen sind Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Muskelschmerzen. Seltener treten Gelenkschmerzen, Fieber, Durchfall oder Lymphknotenschwellungen auf. Bisher sind keine schweren Komplikationen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff bekannt. Selten kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die in wiederum sehr seltenen Fällen bis hin zu einem allergischen Schock führen können.

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Wie wahrscheinlich oder häufig sind diese Wirkungen?

Steingruber: Die normalen Impfreaktionen sind häufig zu erwarten – wie Schmerzen an der Einstichstelle, die kommen in bis zu 80 Prozent der Fälle vor, Abgeschlagenheit bis zu 59 Prozent. Die anderen genannten Impfreaktionen sind deutlich seltener und in der genannten Reihenfolge in abnehmender Häufigkeit bis zu den Lymphknotenschwellungen in unter einem Prozent der Fälle.

Schwere allergische Reaktionen treten selten auf

Und schwere allergische Reaktionen?

Steingruber: Schwere allergische Reaktionen treten sehr selten auf.

Kann ich danach arbeiten gehen oder sollte ich mich vorsorglich krank melden?

Steingruber: Wie nach anderen Impfungen auch, können Geimpfte auch bei einer Corona-Impfung wieder arbeiten gehen.

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Was muss ich als Allergiker beachten?

Steingruber: Allergien werden bei der Impfanamnese vor der Impfungn abgefragt – hier bitte möglichst genaue Angaben machen, damit die Ärzte diese beurteilen können.

Welche Vorsorge ist für einen allergischen Schock im Impfzentrum und bei den mobilen Impfungen getroffen?

Steingruber: Alle Personen mit bekannten Allergien werden genau beobachtet. Im Impfzentrum ist ein Erste-Hilfe-Raum eingerichtet, Ärzte und Rettungssanitäter sind immer anwesend und auf diese speziellen Notfälle vorbereitet.

Das Leben wird wieder etwas leichter werden

Werden Sie sich impfen lassen?

Steingruber: Ja, ich werde mich gerne impfen lassen, wenn mir die Impfung angeboten wird. Das würde das Leben schon wieder etwas erleichtern. Ich bin so vorsichtig wie möglich, aber bei meiner Tätigkeit sind Kontakte im Amt und in der Klinik nicht zu vermeiden. Die Sorge zu erkranken, auch schwer zu erkranken, wäre dann hinfällig.

Coronazahlen von Weihnachten

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