Integrationsbetrieb EIB: Gewinn nachrangig

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Wäscheservice gehört neben der Gebäudereinigung zu den wichtigsten Dienstleistungen der EIB GmbH. Der Integrationsbetrieb der Stiftung Ecksberg, für den auch Renate Kroha arbeitet, beschäftigt mindestens 40 Prozent Behinderte.

Mühldorf/Mettenheim - Der Integrationsbetrieb EIB der Stiftung Ecksberg beschäftigt zu 40 Prozent Menschen mit Behinderung zu Mindestlöhnen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Es geht nicht um Gewinn.

"Wir müssen auch auf eine schwarze Null kommen", sagt Geschäftsführer Franz Hartl. Aber zuvorderst geht es darum, Behinderten eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben. EIB steht für Ecksberger Integrationsbetriebe, die gemeinnützige GmbH beschäftigt als 100-prozentige Tochter der Stiftung Ecksberg mindestens 40 Prozent Menschen mit Behinderung.

Anfang 2009 wurde die GmbH gegründet. "Die Stiftung hat Reinigungsaufträge an externe Firmen vergeben, weil die eigene Werkstatt diese Dienstleistung nicht mehr anbieten konnte", sagt Franz Hartl. Er ist gleichzeitig Leiter der Ecksberger Werkstatt für Behinderte. Vielen Menschen habe der Zugang zur Werkstatt verweigert werden müssen, weil sie "zu gut" gewesen seien. Anspruch auf einen der subventionierten Werkstatt-Plätze hat nämlich nur, wer erwerbsunfähig ist. Der freie Arbeitsmarkt habe die Behinderten aber auch nicht aufgenommen.

Angefangen hat die EIB GmbH mit acht Mitarbeitern. Heute arbeiten 19 Frauen und Männer dort, davon zehn mit Behinderung. "Die Entwicklung war sehr positiv", sagt Hartl, "wir haben viele Kunden auch aus der Privatwirtschaft gewinnen können."

EIB ist ein Dienstleistungsbetrieb. Kernangebot ist die Gebäudereinigung und der Textil- und Wäscheservice, daneben zählt das Umzugsangebot zum Portfolio, derzeit wird die Winterware einer Baumarktkette in Mettenheim sortiert, erfasst und umgepackt. Hauptkunden sind Krankenhäuser, Altenheime, Industriebetriebe, Geschäfte und Hotels. Auch die Messe München wird mit gewaschener und gebügelter Arbeitskleidung sowie sauberen Wischmobs und Handtüchern beliefert. Das Landratsamt zählt zu den regelmäßigen Kunden im Bereich Gebäudereinigung.

Betreut werden die Mitarbeiter jeweils von einem Vorarbeiter oder von Betriebsleiterin Stephanie Scherzer. Bezahlt werden sie nach dem gesetzlichen Mindestlohn. Das ist zwar gut um am ersten Arbeitsmarkt Lohndumping zu verhindern, bringt Franz Hartl einen politischen Wunsch an. Der EIB bereite der Mindestlohn aber Probleme. "Viele der Mitarbeiter mit Behinderung erbringen nicht 100 Prozent Arbeitsleistung", erklärt Hartl. Dafür erhalte der Betrieb einen Minderleistungsausgleich. Der aber sei pauschaliert, egal ob der Mitarbeiter 60 oder 90 Prozent leistungsfähig sei. "Hier müsste im Einzelfall begutachtet statt pauschal beurteilt werden," fordert er.

Seit Herbst 2010 beschäftigt EIB eine Auszubildende zur Hauswirtschafterin. EIB ist als Ausbildungsbetrieb zertifiziert; für Behinderte in Zusammenarbeit mit der Förderberufsschule Traunreut.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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