Innfloh macht große Sprünge

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
„Der Spiegel“ zeichnete den „Innfloh“ aus.

Mühldorf - Die Schülerzeitung "Innfloh" des Mühldorfer Ruperti-Gymnasiums gehört zu den besten Schülerzeitungen Deutschlands und wurde heuer schon zweimal ausgezeichnet, vor einigen Tagen vom Magazin "Der Spiegel".

Dafür nehmen die jungen Redakteurinnen und Redakteurinnen sogar Überstunden in Kauf. Wenn Lehrer und Schüler nach Hause gehen, brüten sie am Freitagnachmittag über der neuen Ausgabe.

Ein wenig hilfesuchend schaut Jonas Staudenmeir in die Runde: "Bis Dienstag müssen alle Texte bei mir sein, sonst werden wir nicht rechtzeitig fertig." Der 18-Jährige ist beim Innfloh zuständig für das Layout, die nächste Ausgabe soll in den nächsten Tagen erscheinen. Wie im journalistischen Alltag der Erwachsenen herrscht also auch bei den Nachwuchsredakteuren Termindruck. Und je länger die Konferenz dauert, desto deutlicher wird, wie gut organisiert die Arbeitsabläufe sind und wie professionell hier gearbeitet wird.

Die drei Chefredakteurinnen Veronika Widmann, Anna-Lisa Behnke und Christina Kufer halten die Zügel in der Hand, arbeiten Thema für Thema ab. Der Heftinhalt für die nächste Ausgabe steht, das Titelthema heißt "Eltern". Grafiker Bernd Möller stellt das neue Cover vor: "Ein bisschen Pop Art, mal was anderes", sagt er - und erntet Lob von allen Seiten.

Nicht nur aufgrund des modernen Layouts und der abwechslungsreichen Titelbilder hat sich der Innfloh in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf erworben. Mit schöner Regelmäßigkeit räumt er bei den namhaften Wettbewerben Preise ab. Gerade hat das Nachrichtenmagazin "Spiegel" den Innfloh zur "Besten Schülerzeitung Deutschlands" gekrönt (wir berichteten), zuvor hatte schon die Kultusministerkonferenz die letzte Ausgabe zum Bundessieger gekürt. Und die nächste Einladung zur Preisverleihung bei der Süddeutschen Zeitung liegt schon auf dem Tisch.

Das Erfolgsrezept? "Wir haben ein wirklich sehr engagiertes Team und rekrutieren unsere Autoren nicht nur aus der Oberstufe. Das sorgt für eine gute Mischung bei den Themen", bringt es Veronika Widmann auf den Punkt. Tatsächlich sitzen viele Schüler der Unterstufe am Tisch, lediglich die Mittelstufe, also Acht-, Neunt- und Zehntklässler, sind zahlenmäßig eher schwach vertreten. "Das macht uns auch ein bisschen Sorgen", gesteht Betreuungslehrer Christian Böhm. Denn dem Innfloh steht ein Generationswechsel ins Haus. Die drei Chefredakteurinnen machen im kommenden Jahr Abitur, auch Grafiker und Layouter werden das Gymnasium verlassen.

"Wir sind schon alle sehr sentimental, weil es dem Ende zugeht", schmunzelt Christina Kufer, die bisher als einzige weiß, dass sie Journalistin werden will, und für den Mühldorfer Anzeiger arbeitet. Bevor die drei 18-Jährigen ihr Abiturzeugnis in Empfang nehmen, wollen sie den Innfloh noch fit für die Zukunft machen. Und so geht es in der Konferenz nicht nur um geplatzte und realisierte Geschichten, das beachtliche Werbebudget oder die Kosten für den Druck, sondern auch um die Verschönerung des Innfloh-Zimmers und die Frage, was denn mit den 2300 Euro Preisgeld geschehen soll. Eine neue digitale Spiegelreflexkamera steht ganz oben auf der Wunschliste. Und auch die Patenschaft für ein hungerndes Kind in der Dritten Welt wollen die Innflöhe übernehmen.

Christian Böhm ergreift in der Sitzung nur selten das Wort. "Es ist beeindruckend, wie gut die Zusammenarbeit der Schüler über die Jahrgangsstufen hinweg funktioniert und wie selbstständig alle arbeiten", sagt er. Auch das sei ein Geheimnnis für den Erfolg. Hinzu komme die erstaunliche Kreativität der Kinder und Jugendlichen. So lassen sich die Mitarbeiter ein ganz besonderes Extra für die Leser einfallen: Sammelbildchen mit den Autos der Lehrkräfte lagen zum Beispiel einer Ausgabe bei, in der nächsten Ausgabe finden die rund 600 Käufer eine CD mit Aufnahmen der Schulband. Bezahlt hat den Studiobesuch der Innfloh.

Leidet bei so viel Engagement nicht die Schularbeit? "Nein", sagt Christina Kufer. "Wir empfinden das auch nicht als Stress, sondern haben einfach irre viel Spaß dabei. Und außerdem ist es einfach das Größte, die neue Ausgabe druckfrisch in den Händen zu halten."

ha/Mühldorfer Anzeiger

Lesen Sie dazu auch:

Innfloh ist beste Schülerzeitung

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser