Immer mehr Beschäftigte in Teilzeit

Mühldorf -Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte rauf, Teilzeitbeschäftigte rauf: So lässt sich die Beschäftigtenstatistik 2009 für den Landkreis Mühldorf zusammenfassen, wenn man die Zahlen des Landesamtes mit dem Vorjahr vergleicht.

 Zum Stichtag Ende Juni arbeiteten im Landkreis 6090 Männer und Frauen in Teilzeit, das heißt rund jeder Fünfte arbeitete nicht die volle Stundenzahl und das waren überwiegend Frauen. 5412 oder umgerechnet 89 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten waren weiblich.

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich um 326 gegenüber dem Vorjahresstichtag. 2007 wies die Statistik noch 5515 Beschäftigte aus, die nicht die volle Stundenzahl arbeiteten. Im Jahr 2006 waren es 5223, im Jahr 2005 insgesamt 5083.

Damit kletterte hier in den vergangenen fünf Jahren die Zahl derer, die nicht die volle Stundenzahl arbeiten, um 19,8 Prozent. Die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich im selben Zeitraum nur um 5,8 Prozent.

Damit liegt der Landkreis im Trend: Seit Anfang der 90er Jahre steigt die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland kontinuierlich an. In der öffentlichen Diskussion sehen die einen in der Teilzeitarbeit die flexible Möglichkeit, um Familie und Beruf zu vereinbaren und fördern die Teilzeitjobs. Andererseits bemängeln Kritiker, dass es zu Nachteilen aufgrund der verringerten Einkommen und der geringeren Einbindung in die sozialen Sicherungssysteme kommen kann. Vor allem mit Blick auf jene, die weniger als 21 Stunden pro Woche arbeiten.

Die Zahlen im Fünf-Jahres-Überblick: Wie viele Menschen im Landkreis in Teilzeit arbeiten. GRAFIK ZS

Männer sind in der Frauendomäne Teilzeitbeschäftigung immer noch eine absolute Minderheit. Im Landkreis Mühldorf sind lediglich 678 von insgesamt 6090 Teilzeitbeschäftigten männlich; das ist ein Anteil von 11,1 Prozent. Unter allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern im Landkreis Mühldorf (insgesamt 16954) arbeiten nur 678 oder vier Prozent nicht die volle Stundenzahl, bei den Frauen (13758) sind es 5412 oder rund 39,3 Prozent.

Die Statistiker des Bundesamts in Wiesbaden haben die Zahlen des Mikrozensus 2008 bezüglich der Teilzeitbeschäftigen analysiert. Demnach ist die typische Teilzeitkraft in Deutschland 35 bis 54 Jahre alt. Und sie ist meistens Mutter: Mehr als die Hälfte der Befragten entschied sich für die Teilzeitstelle, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Personen betreuen oder anderen familiären Verpflichtungen nachgehen.

Knapp jede vierte Teilzeitkraft gibt an, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil bei lediglich 13 Prozent, das heißt er hat sich nahezu verdoppelt. 20 Prozent, also rund jeder Fünfte, wünscht sich aus anderen als den genannten Gründen, keine Vollzeittätigkeit.

Als Hinzuverdienst wohl lohnenswert, als Alleinverdienst kaum ausreichend. Laut den Bundesstatistikern ist etwa die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten weder geringfügig noch befristet beschäftigt, "dürften also in die sozialen Sicherungssysteme integriert sein".

Doch durch das geringere Einkommen können auch diesen Personen "Nachteile hinsichtlich der Altersvorsorge" entstehen. Über 60 Prozent bestreiten den überwiegenden Lebensunterhalt aus der eigenen Erwerbstätigkeit. Gut ein Viertel wird durch einen Partner oder eine Partnerin unterstützt. Etwa zehn Prozent gaben laut Landesamt für Datenverarbeitung an, Leistungen nach Hartz IV zu beziehen.

zs/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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