Ausbau der A 94: Huber bringt Maut ins Spiel

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Der Abschnitt der A 94 zwischen Ampfing und Heldenstein ist einer der teuersten Baustellen der Autobahndirektion.

Erharting - Die Finanzierung der A 94 wird kein einfaches Unterfangen. Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber forderte dazu auf, über eine Maut für Autos nachzudenken.

Dr. Huber brachte auf der Jahreshauptversammlung des Vereins "Ja zur A 94" aber auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten ins Spiel.

Der Finanzierungsbedarf der Abschnitte Pastetten - Dorfen und Dorfen - Heldenstein wird von der Autobahndirektion auf rund 400 Millionen Euro veranschlagt (wir berichteten). Wie Autobahnpräsident Paul Lichtenwald vorrechnete, benötigt de Autobahndirektion heuer und im nächsten Jahr rund 2,7 Millionen Euro, 2013 16,7 Millionen, 2014 26,7 Millionen und von 2015 bis 2018 rund 300 Millionen Euro, um die A 94 zu bauen.

Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber berichtete beim Pauliwirt darüber, dass er die weitere Finanzierung mit dem Bundesverkehrsministerium abgesprochen habe. "Ich habe keine negativen Antworten von dort bekommen und die Mittel werden bei genehmigtem Baubeginn vorhanden sein", versprach er. "Die Mittel bis zum Jahr 2014 sind stemmbar. Da gibt es aus München und Berlin Entwarnung."

Huber machte auch deutlich, dass in Bayern und Deutschland ein gewaltiger Kampf um das Geld für den Autobahnbau begonnen habe. Aus seiner Sicht können alle Wünsche mit dem vorhandenen Geld nicht realisiert werden. "Wir haben gute Argumente, wie das Chemiedreieck mit seinen Beschäftigten, und auch weil wir seit 35 Jahren auf diese Autobahn warten."

Huber brachte die Einführung der Pkw-Maut ins Spiel und auch die PPP-Modelle einer privaten Finanzierung. "Alle unsere Nachbarn haben die Maut. Wir sollten darüber offen diskutieren. Deutschland hat keine Chance, all diese Infrastrukturmaßnahmen ohne Maut in den nächsten Jahren zu finanzieren."

Er verwies auf das erfolgreiche PPP-Modell, das beim Autobahnbau in Augsburg angewandt worden sei. "Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um nicht weitere 20 Jahre auf die Fertigstellung der A 94 zu warten.".

Paul Lichtenwald machte deutlich, dass die erforderlichen Infrastruktur-Maßnahmen bei einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung von München und Bad Reichenhall mit den derzeit zu Verfügung stehenden Mitteln nicht zu bewältigen wären. "Die Maßnahmen müssten aus einem Sondertopf finanziert werden", betonte der Präsident. Er verwies darauf, dass der Unterhalt der bestehenden Autobahnen schon jetzt sehr unterfinanziert sei.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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