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Coronawert fällt unter 1000

Hotspotregel im Landkreis Mühldorf fällt: Das ist erlaubt, das bleibt schwierig

Ob Kletterhalle oder Fitness-Center: Rein darf nur, wer zusätzlich zu 2G auch noch einen Test mitbringt oder absolviert. Ins Wirtshaus geht es dasgegen ohne Test.
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Ob Kletterhalle oder Fitness-Center: Rein darf nur, wer zusätzlich zu 2G auch noch einen Test mitbringt oder absolviert. Ins Wirtshaus geht es dasgegen ohne Test.

Die Coronainzidenz im Landkreis Mühldorf liegt seit fünf Tagen unter 1000, Menschen dürfen wieder etwas mehr. So richtig glücklich ist mit den neuen Regeln aber kaum jemand.

Mühldorf – Ab Dienstag (7. Dezember) fällt die Hotspotregelung für den Landkreis Mühldorf weg, seit fünf Tagen liegt die Coronainzidenz unter 1000.

Gestern meldete das Robert-Koch-Institut einen Wert von 785 und 33 Neuinfektionen.

Politiker und Ärzte warnen

Deshalb sind die Lockerungen möglich, viele Beschränkungen bleiben aber. Politiker und Ärzte warnen vor Sorglosigkeit.

Landrat Max Heimerl, der das Ende der Hotspotregelung gestern bekannt gab, macht die harten Einschränkungen der letzten drei Wochen für die sinkenden Zahlen verantwortlich. „Die Erfahrung zeigt, dass sich die Effekte der Maßnahmen mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen in der Inzidenz widerspiegeln.“

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Seit 11. November blieben Sportstätten, Gasthäuser, Bildungs- und Kultureinrichtungen geschlossen, die jetzt – allerdings mit starken Einschränkungen – wieder öffnen dürfen.

Landrat sieht verändertes Verhalten

Heimerl sieht in den sinkenden Zahlen auch ein verändertes Verhalten der Menschen. „Dazu hat sicherlich auch ein verändertes Bewusstsein in der Bevölkerung angesichts der zum Teil dramatischen Lage in den Kliniken der Region beigetragen.“ Die Appelle an die Verantwortung jedes einzelnen hätten die Menschen erreicht. „Auch wenn die Zahlen seit Anfang Dezember erfreulicherweise sinken, besteht kein Grund zur Entwarnung.“

Lage im Inn-Klinikum bleibt angespannt

Das macht ein Blick auf die Zahlen der Klinik deutlich, die weit entfernt sind von jeder Entspannung. Gestern Vormittag meldete das Inn-Klinikum 93 Corona-Patienten. 23 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 19 müssen beatmet werden. Drei Menschen sind über das Wochenende gestorben, sie waren zwischen 77 und 93 Jahren alt. Zwei von ihnen stammen aus dem Landkreis, in dem auch der Hospitalisierungswert mit 29,2 noch immer sehr hoch ist. In Altötting liegt er bei 25,9. Der Grenzwert beträgt neun.

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Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des Inn-Klinikums sagt: „Vor allem unsere Intensivstationen sind zeitweise bis aufs letzte Bett belegt. Am Montagvormittag waren wir erneut gezwungen, für einen Covid-Patienten ein Intensivbett in einer anderen Klinik zu suchen.“

Klinik muss wieder Betten reduzieren

Hinzu kämen krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern, die das Klinikum gezwungen hätten, Betten zu reduzieren. Ewald begrüßt deshalb weiter „jede Maßnahme, die dazu beiträgt, Kontakte zu reduzieren und dadurch Infektionen zu vermeiden“. Die konkreten Maßnahmen will er nicht kommentieren.

Auf Kontakte freiwillig verzichten

Zustimmung gibt es von seinem Medizinerkollegen, der das Gesundheitsamt leitet. „Der freiwillige Verzicht auf Kontakte wird über die Entwicklung entscheiden“, sagt Dr. Benedikt Steingruber. „In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Zugangsbeschränkungen mit 2G ausreichen, um die Inzidenz weiter nach unten zu drücken.“

Klinik fürchtet lockeren Umgang

Denn die derzeitige Entwicklung kommt frühestens in zwei bis drei Wochen in den Krankenhäusern an, sagt Kliniken-Chef Ewald. „Wenn der Wegfall der Hotspotregelung dazu führt, dass sich wieder mehr Menschen treffen und dadurch mehr Ansteckungen erfolgen, dann trifft uns das im Inn-Klinikum mit aller Härte zu Weihnachten und zum Jahreswechsel.“

Wirte skeptisch: Kommen Gäste?

Skeptisch blicken die Wirte auf das Ende des Lockdowns, ab heute dürfen Geimpfte und Genesene wieder ins Wirtshaus. Schon in den letzten Wochen vor der Hotspotregelung ging das Geschäft massiv zurück, wie Stephanie Nömeier vom Restaurant Bastei in Mühldorf berichtet hatte. „Die Leute sind vorsichtiger geworden.“

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Ob sich das jetzt ändert, bleibt genauso unsicher, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Wiederöffnung. „Wir sind gezwungen, wieder zu öffnen“, sagt Hammerwirt Holger Nagl, der auch Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in der Region ist. Derzeit sei unklar, ob die Überbrückungshilfe IV weiter gezahlt werde, wenn Gasthäuser nach dem Ende der strengen Auflagen nicht öffnen würden. „Die Situation ist etwas schizophren, wir müssen auch mit Verlusten aufmachen.“

Noch schärfere Regeln als in Gaststätten gelten zum Beispiel in Sporteinrichtungen: 2G plus, also ein zusätzlicher Test ist nötig. Daniel Klemisch vom FTZ in Mühldorf wird die bisherige Teststation wieder in Betrieb nehmen. „Wir testen nach dem Vier-Augen-Prinzip.“ Wer das nicht will, kann auch ein PCR-Testergebnis mitbringen, das nicht älter ist als 48 Stunden oder einen maximal einen Tag alten Antigen-Schnelltest. „Auch wer von seinem Arbeitgeber ein offizielles Zertifikat bekommt, darf rein.“

Das gilt ab heute im Landkreis Mühldorf

Öffnen dürfen unter folgenden Regeln:

2G plus (geimpft oder genesen und mit einem maximal 24 Stunden alten Schnelltest):

- Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen

- Veranstaltungen außerhalb privater Räumlichkeiten

2G Regel (geimpft oder genesen):

- Gastronomie

- Außenbereich von Gasthäusern

- Sperrstunde von 22 Uhr bis 5 Uhr

- Hotels für Touristen

- Hochschulen

- Außerschulische Bildungseinrichtungen

- Bibliotheken und Archive

- Körpernahe Dienstleistungen in Kosmetik und Nagelstudios (Medizinische oder pflegende Leistungen sind ausgenommen)

- In Handel-, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben darf zusätzlich zur 2G-Regel die Zahl der Kunden nicht höher sein als ein Kunde auf zehn Quadratmeter sein (ab Mittwoch). Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs.

-Diskotheken, Bars und Kneipen müssen geschlossen bleiben

- Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte im privaten Bereich: Ein Ungeimpfter darf sich höchstens zwei Personen eines weiteren Hausstandes treffen, Kinder unter zwölf Jahren und drei Monaten sind ausgenommen.

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