Holzeisenbahn rollte in Kindergarten

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„Endlich geschafft“, freute sich der Elternbeirat des Kindergartens St. Michael über das von ihm geschaffene Spielgerät und nahm gleich einmal in der Eisenbahn Platz. Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk (Dritter von rechts) freute sich mit den Eltern und Kindern.

Mettenheim - Für die Kinder des Kindergartens St. Michael gab es am Einweihungstag der neuen Außenanlage eine besondere Überraschung:

So schön wie der Herbsttag am vergangenen Samstag war die Laune aller an der energetischen Sanierung des Mettenheimer Kindergartens St. Michael und der Neugestaltung der Außenanlagen Beteiligten von Landkreis und Gemeinde. Um die Freude noch zu steigern, hatte sich der Elternbeirat eine ganz besondere Überraschung für den Tag der offiziellen Einweihung einfallen lassen: Eine hölzerne Dampflok mit zwei Wagen zum Spielen für die Kinder wurde vor die in Rot, Orange und Weiß gehaltenen neuen Fassade des Kindergartens „gerollt“. Das neue Gefährt wurde sogleich von einigen Kindern neugierig in Augenschein genommen, die wenige Minuten später bei der Segnungsfeier in der Turnhalle des Kindergartens sangen: „Gottes Liebe ist so wunderbar groß“.

Diakon Manfred Scharnagl bei der Segnung des Kindergartens. Im Hintergrund Bürgermeister Stefan Schalk und Kinderpflegerin Gerlinde Berger (von links).

Diakon Manfred Scharnagl bezeichnete die Baumaßnahme in dieser Kindereinrichtung als "eine unübersehbare" innerhalb der Gemeinde, spielte damit auf manche Unwägbarkeiten im Bauablauf an und würdigte zugleich den Schweiß von Bauleuten und Mitarbeitern. Er freue sich, den Kindergarten mit dem heiligen Michael als Namenspatron "als Ort, an dem Kinder eigene Begabungen entdecken können, die Gott in sie hineingelegt hat" nun zu segnen.

Das gute Zusammenwirken von Gemeinde und Kirche würdigte im Anschluss Bürgermeister Stefan Schalk, der Werner Huber vom Amt für Jugend und Familie im Landratsamt Mühldorf, besonders willkommen hieß. Mit ihm habe die Gemeinde während der Sanierung gut zusammengearbeitet, insbesondere bei der Auslagerung der zwei Kindergartengruppen in die ortsansässige Schule. Diese habe sich - ungeachtet der Mehrbelastung für das Kindergartenteam in der Umzugsphase - überaus positiv auf die Kinder ausgewirkt.

Im Weiteren würdigte der Redner den großen Beitrag der Gemeinderäte, die das Bauvorhaben im Zuge des staatlichen Konjunkturpaketes II mit einem Zuschuss von zirka 402.000 Euro zu verwirklichen haben. So sei ein "fast neuer Kindergarten" für 270.000 Euro entstanden, an dessen erfolgreichen Fertigstellung auch die Gemeindeverwaltung, insbesondere Max Gmeiner als ehemaliger Geschäftsführer, die fleißigen Mitarbeiter des Bauhofes sowie die Eltern Verantwortung getragen hätten. Ein spezielles Lob sprach Bürgermeister Schalk dem Bauhofmitarbeiter Werner Hummel für die umsichtige Koordinierung des Baus aus. Nicht unerwähnt blieb ebenso der Anteil der Architektin Claudia Wendland mit ihrem Gesamtkonzept der energetischen Sanierung und einem Farbkonzept, was ihm gefallen habe. Schließlich habe die Gemeinde mit dem gelungenen Bau in die Zukunft investiert, wenn auch die Sanierung bei laufendem Kindergartenbetrieb - eine Kindergartengruppe blieb die ganze Zeit im Gebäude - nicht unproblematisch gewesen sei.

Im Auftrag des Ingenieurbüros Reichenspurner & Wendland gratulierte dann die Architektin der Gemeinde zur feierlichen Einweihung des Kindergartens nach einjähriger Bauzeit. Ohne die Flexibilität und Geduld des Kindergartenteams, der Eltern und Kinder hätte das Gesamtkonzept nicht umgesetzt werden können, meinte Claudia Wendland anerkennend.

Unterstützt durch Bilder vom Sanierungsablauf, schilderte sie anschließend die erfolgten Maßnahmen zur verstärkten Dämmung von Dach, Fassade und Fußboden im Einzelnen. Außerdem erläuterte sie das neue Lüftungssystem, wodurch beispielsweise in der kalten Jahreszeit vorgewärmte Luft in den Flur der Kindereinrichtung strömt und zusätzlich Energie in den Gruppenräumen spart. Darüber hinaus wurde die Heizung auf moderne Gasbrennwerttechnik umgestellt, erfuhren die Anwesenden.

Zum Schluss dankte Gemeinderat Josef Eisner dem Elternbeirat dafür, dass dessen Mitglieder innerhalb einer Woche alle beherzt zugepackt, die Hölzer für das Spielgerät Eisenbahn gebohrt, geschraubt, gefräst hätten, um rechtzeitig fertig zu werden. Symbolisch überreichte er der Kindergartenleiterin Daniela Köller ein Glöckchen für den Zug. Alle Besucher waren dann zum "Tag der offenen Tür" in alle Kindergartenräume vom Keller bis zum Dach sowie zum Imbiss mit Kaffee-, Brötchen- und Kuchenbüfett der Eltern eingeladen. Unterdessen spielten die Kinder ausgelassen im neuen Außenbereich am Kletterturm, auf dem Pfad der Sinne, beim Sandkasten und erstmals auf dem Eisenbahnzug.

kch/Mühldorfer Anzeiger

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