Hohe Nachfrage nach Ganztagesschulen

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Mühldorf - 119 offene und 175 gebundene Ganztagesschulen gibt es ab September in Bayern. Die Gymnasien in Mühldorf und Waldkraiburg gehören dazu.

Zusätzlich zum Unterricht am Vormittag bietet die offene Ganztagsschule (OGTS) Förderungs- und Betreuungsprogramme an zwei Nachmittagen für Schüler der fünften bis zehnten Klassen an. Bei der gebundenen Form verteilt sich der Pflichtunterricht auf Vormittag und Nachmittag an vier Tagen in der Woche, die Schüler müssen den Unterricht während der vier Tage wahrnehmen, Bei offenen Angeboten können Schüler einzelne Tage auswählen.

Nachdem im Landkreis Mühldorf bereits einige Grund-, Mittel und Realschulen Ganztagesangebote machen, ziehen mit dem neuen Schuljahr auch die Gymnasien in Mühldorf und Waldkraiburg nach.

Dabei übertrifft die große Nachfrage die Erwartungen. Mit 79 Ameldungen aus den fünften und sechsten Klassen richtet das Ruperti-Gymnasium Mühldorf vier Gruppen ein. Am Gymnasium Waldkraiburg entstehen zwei Gruppen mit insgesamt 40 Schülern.

Für Christine Neumeier, stellvertretende Schulleiterin des Ruperti-Gymnasiums Mühldorf, ist der Ausbau zu einer offenen Ganztagsschule "ein wichtiger Schritt, den die Schule gehen muss".

Damit reagiere das Gymnasium nicht nur auf gesellschaftliche Veränderungen, sondern folgt auch den Wünschen der Eltern.

Neumeier kennt das Paradebeispiel: "Der Kampf um die Hausaufgaben kommt in fast jeder Familie vor. In der Hausaufgabenbetreuung wird darum sicher gestellt, dass die schriftlichen und mündlichen Hausaufgaben bis 15.15 Uhr erledigt sind". Danach stehe den Schülern offen, nach Belieben umfassende Bildungs- und Förderungsprogramme zu besuchen oder sich in der betreuten Freizeit auszutoben.

Für die Englisch- und Deutschlehrerin ein besonders wichtiger Aspekt, "da die Kinder den ganzen Tag in der Schule sitzen und den Kopf frei bekommen müssen".

Ob dies nun bei den Klassikern wie musischen, künstlerischen oder sportlichen Aktivitäten geschieht, können die Kindern selbst entscheiden. "Wir haben ein Programm zusammengestellt, tüfteln aber schon an weiteren Angeboten wie zum Beispiel Kochen", berichtet Neumeier.

Im Gymnasium Waldkraiburg wird ebenfalls daran gearbeitet, dass die Schüler in der Freizeit-Pädagogischen Betreuung ausreichend gefordert werden. Direktor Joachim Hellwig prüft Angebote von Künstlern oder engagierten Eltern und Pfarrgemeinden.

Am Ruperti-Gymnasium Mühldorf übernehmen weitgehend Tutoren die Nachmittagsbetreuung. Schüler der neunten und zehnten Klassen, die über hervorragende Schulleistungen verfügen, stehen den jüngeren Schülern bei der Erledigung der Hausaufgaben zur Seite. Zusätzlich kommen Lehrer zur individuellen Unterstützung zum Einsatz.

Neumeier verspricht sich einiges von der offenen Ganztagesschule. "Sie erleichtert vielen berufstätigen Eltern und auch Alleinerziehenden eine bessere Vereinbarung von Beruf und Erziehung."

In Waldkraiburg traten Eltern mit dem Wunsch einer ganztägigen Betreuung zum ersten Mal vor über einem Jahr an Hellwig heran. "Für mich sind es bewegte Zeiten, die ich in der Schullandschaft erlebe", meint der Schulleiter.

Anders als am Ruperti- Gymnasium, wo der Förderverein als Kooperationspartner für die Abwicklung zuständig ist, wurde in Waldkraiburg die Diakonie beauftragt, mit einem Budget von 46.000 Euro die OGTS-Betreuung zu organisieren.

"Wir haben noch keine Erfahrung, ob sich mit diesem Budget das Konzept entsprechend umsetzen lässt", erklärt Hellwig in Hinblick auf das kommende Schuljahr und die erste Ganztagsbetreuung.

Die Ganztagsbetreuung ist an beiden Gymnasien kostenlos, die Eltern kommen nur für das Mittagsessen auf. Die Kinder müssen an den zwei in der Woche angemeldeten Tagen die Nachmittagsbetreuung wie normale Pflichtstunden besuchen.

hhw/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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