Müller-Brot: Hoffen auf die Wende

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Gundula Unterauer (links) ist Filialleiterin bei Müller-Brot in Mühldorf. Sie hofft, dass die Kunden ab Montag wieder zurückkehren.

Mühldorf - Es sei weniger los gewesen in den letzten Tagen, erzählt Gundula Unterauer. "Aber beschimpft wurden wir nicht", so die Filialleiterin bei Müller-Brot in Mühldorf.

Die Kunden hätten gefragt, was denn nun wirklich passiert sei bei Müller-Brot, was dran sei am Skandal um Mäusekot und mangelnde Hygiene. "Aber beschimpft wurden wir nicht, eher bedauert", sagt Unterauer. Ihr Geschäft liegt in Mühldorf Süd im Modehaus Röther. "Wir Mitarbeiter in den Filialen können ja auch wirklich nichts dafür, bei uns ist alles sauber und frisch", beteuert sie und meint, dass die ganze Sache ihr ungeheuer Leid tue: "Ich fühle mich mit verantwortlich für den guten Ruf der Firma."

Nach dem Skandal stehen die Bänder der Neufahrner Zentral-Bäckerei Müller-Brot noch immer still, doch heute sollen sie wieder laufen, das Ergebnis der Überprüfung und die Entscheidung des Insolvenzverwalters standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Seit 13 Jahren arbeitet Unterauer für Müller-Brot, "und zwar gerne, ich kann wirklich nichts Negatives sagen". Schwierigkeiten bereiteten eher der wachsende Druck der Discounter und Aufbackstationen. "Aber mein Job macht mir nach wie vor Spaß." Acht Mitarbeiter hat Unterauer in Mühldorf Süd, sie alle sind abhängig davon, dass das Unternehmen wieder auf die Beine kommt."

Dass aber das Management der Firma Fehler gemacht und zu wenig Zeit für nötige Putzarbeiten gelassen habe, das räumt Gundula Unterauer ein. "Doch die sind ja nun ausgewechselt worden und die neuen machen es bestimmt besser", hofft sie. Es helfe ja nichts, da müsse man jetzt durch.

Hatte oder hat sie Existenzängste? "Tja", überlegt sie kurz. "Eigentlich nicht. Wir haben sehr viele treue Stammkunden, die sich schon freuen, ihre gewohnten Sachen wieder zu bekommen."

Denn derzeit verkauft auch die Müller-Filiale in Mühldorf-Süd Backwaren anderer Firmen aus Niederbayern, Thüringen oder Sachsen. "Die Kunden wollen jetzt ganz genau wissen, wo die Sachen her sind, das ist ja auch ihr gutes Recht." "Wir werden mit vielen Aktionen und günstigen Preisen versuchen, das Vertrauen der Kunden wieder zu erlangen."

Wie es grundsätzlich um die Hygienezustände in den Backstuben und Verkaufsstellen im Landkreis bestellt ist, ist nicht zu erfahren. Die zuständigen Lebensmittelüberwacher im Landratsamt halten sich mit Auskünften sehr bedeckt. Die Mitarbeiter kontrollieren grundsätzlich alle Betriebe, die mit "Lebensmitteln umgehen, sie herstellen, behandeln und in den Verkehr bringen", teilt das Landratsamt auf Anfrage mit. Die Häufigkeit der Kontrollen richte sich nach der "Einstufung aus der Risikobeurteilung, die Kriterien dafür seien bayernweit gleich". Dabei geht es um die Größe der Betriebe, darum ob verderbliche Lebensmittel hergestellt werden oder wie das Hygienemanagement aussieht. "Je höher das Risiko eines Betriebs ist, um so häufiger wird dieser kontrolliert", heißt es. Mehr Kontrollen gebe es auch, wenn ein Betrieb auffällig geworden sei. Konkreter werden die Lebensmittelkontrolleure nicht, es gibt keine Aussagen über die Qualität einzelner Branchen oder der Betriebe.

eig/hon/Mühldorfer Anzeiger

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