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Hoffen und beten

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Kirchenpfleger Arnold Hein untersucht regelmäßig die Schadstellen an den Pfetten im Dachstuhl.

Mühldorf - Die Pfarrkirche Sankt Laurentius muss dringend saniert werden. Die Liste der Mängel ist bereits viel zu lang geworden.

Der Dachstuhl ist teilweise marode, die Heizung defekt. Und die beiden Emporen sind schon seit vier Jahren gesperrt. Die Pfarrkirche Sankt Laurentius schreit nach einer Sanierung.

"Hier geht es nicht nur um ein paar kleine Risse in der Wand oder einen neuen Anstrich", sagt Dekan Roland Haimerl. "Sankt Laurentius macht uns wirklich Sorgen." Wie groß die Sorgen tatsächlich sind, erfahren die Besucher vor allem im Winter, wenn es kalt ist in der Kirche. Der Gottesraum wird nur notdürftig beheizt, die Steuerung der Anlage ist seit Jahren defekt. "Kein Wunder, das gute Stück ist ja auch schon über 50 Jahre alt", erklärt Kirchenpfleger Arnold Hein.

Schon energetisch sei die Anlage im aktuellen Zustand kaum mehr zu verantworten. Der Kessel befindet sich im Leichenhaus, die Leitungen führen im Boden 30 Meter über den Friedhof in die Kirche. "Die Hälfte der Leistung ist schon wieder weg, bis drüben überhaupt mal etwas ankommt", sagt Hein.

Noch mehr als die Heizung brennt den Verantwortlichen in Altmühldorf das Thema Dachstuhl auf den Nägeln. Vor allem auf der Nordseite sind laut Hein die sogenannten Fußpfetten verfault, auch die Schindeln müssten dringend ausgewechselt werden.

Was unter den Kirchgängern seit Jahren für Kopfschütteln sorgt, sind die beiden Emporen, die für den Publikumsverkehr gesperrt sind. Lediglich der Organist darf sie betreten, um seinen Dienst zu tun. Der Grund: Nach der Orgelsanierung vor einigen Jahren kam es zu statischen Problemen. "Das gefällt niemandem hier", sagt der Kirchenpfleger.

Wie teuer eine Generalsanierung käme, steht nicht genau fest. Dekan Roland Haimerl spricht von einem "hohen sechsstelligen Betrag", der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Bumberger geht von rund 1,2 Millionen Euro aus.

Die freigelegten Pfetten auf der gesperrten Empore machen deutlich, dass sie ihre tragende Funktion längst verloren haben.

Die Baulast trägt im Fall von Sankt Laurentius die Erzdiözese München und Freising. Von dort kommen auf Nachfrage der Heimatzeitung lediglich zurückhaltende Signale, "Mitte August steht der nächste Ortstermin im Rahmen einer Planbesprechung an", teilt Bettina Gröbner mit. Die Kosten würden allerdings erst genehmigt, wenn im Detail feststehe, "was gemacht wird". Einen zeitlichen Rahmen kann die Pressesprecherin nicht abstecken. "Vorsichtig geschätzt würde ich sagen, dass die Sanierung im nächsten Jahr anläuft." Es droht also ein weiterer kalter Winter.

In Altmühldorf warten unterdessen alle Beteiligten seit inzwischen fünf Jahren - damals fand der erste Ortstermin mit Vertretern des Baureferats der Diözese statt - auf positive Zeichen aus München. Die Gründung eines Fördervereins steckt in den Startlöchern, sogar der Entwurf einer Satzung existiert bereits. "Es gab schon erste Treffen. Die Bereitschaft in der Gemeinde ist auf alle Fälle da", bestätigt Thomas Bumberger, betont aber zugleich: "Der Startschuss macht erst Sinn, wenn die Diözese Fakten schafft und jeder sieht, wofür er spendet."

2018 wird Sankt Laurentius 500 Jahre alt. "Das wäre doch eine schöne Gelegenheit, um eine Generalsanierung bis dahin abzuschließen", sagt Thomas Bumberger. "Wir hoffen und beten." Wirklich überzeugt klingt er nicht.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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