Vorfälle in Heldenstein und Rattenkirchen

Wer steckt hinter dem mysteriösen Klingeln mitten in der Nacht im Raum Mühldorf?

Heldenstein/Rattenkirchen - Jugendstreiche, Einbrech-Versuche oder doch nur der Briefträger, der das Licht mit der Klingel verwechselt: Es wird wild spekuliert, was hinter dem nächtlichen Läuten im Raum Mühldorf steckt. Auch die Polizei begibt sich auf Erklärungssuche.

Nächtliches Läuten an verschiedenen Häusern und Wohnungstüren zwischen 23 und 6 Uhr morgens - so geschehen zuletzt in der Gemeinde Heldenstein: Ein Klingeln in den frühen Morgenstunden und niemand zu sehen. Der Betroffene schilderte den Vorfall anonym auf der Facebook-Seite „Spotted: Mühldorf am Inn und Umgebung“.


Allem Anschein nach ist er wohl nicht der Einzige, der mitten in der Nacht aus dem Schlaf geklingelt wird. Unter dem Post vom 15. September melden sich weitere Betroffene - darunter eine junge Mutter aus Rattenkirchen. Sie wohnt am Ortsrand der Gemeinde und schilderte im Gespräch mit innsalzach24.de, dass es bereits vor ein bis zwei Monaten um 3 Uhr morgens bei ihr geklingelt habe. Zu Gesicht habe sie jedoch niemanden bekommen. Auch eine Nachfrage bei ihren Nachbarn hätte nichts ergeben, keinem sei etwas aufgefallen.


„Wahrscheinlich hat sich jemand nur einen Scherz erlaubt“, erklärt sie. „Aber gerade in der Nacht bekommt man halt echt Angst - besonders, wenn ich alleine zu Hause bin. Seitdem höre ich jedes Geräusch und interpretiere irgendwelche schlimmen Sachen hinein. Jalousien und Vorhänge müssen runter, sobald es dunkel wird.“

Nächtliches Läuten in Heldenstein und Rattenkirchen: Polizei Mühldorf schließt Einbrecher aus

Die Polizei Mühldorf begibt sich auf Erklärungssuche, nachdem sich innsalzach24.de beim stellvertretenden Dienststellenleiter Uwe Schindler nach möglichen Ursachen zu dem mysteriösen nächtlichen Läuten erkundigt. Eins scheint sicher - Einbrecher können wohl ausgeschlossen werden: „Ich kenne keinen Einbrecher, der klingelt, bevor er zur Tat schreitet. In der Nacht sind die Bewohner auch normalerweise daheim und schlafen." Zudem würden Einbrecher eher stumm und unauffällig beobachten oder ausspionieren wann wo Licht brennt. Dennoch sei es durchaus ratsam in der dunklen Jahreszeit über die Wintermonate hinweg wachsam zu sein.

Schindler vermutet vielmehr, dass möglicherweise Klingelstreiche von Kindern und Jugendlichen hinter den Vorfällen stecken. „Das kann immer passieren, gerade in der Dunkelheit und wenn dann niemand zu sehen ist. Aber zwischen 3 und 6 Uhr morgens - das sind schon ungewöhnliche Zeiten", muss der Polizeihauptkommissar zugeben.

Auch deshalb plädiert Schindler, die Polizei zu alarmieren, sobald man sich in einer unsicheren Lage befindet: „Wer sich unwohl fühlt, soll sich auf gar keinen Fall scheuen die 110 zu wählen. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig, dann ist man auf der sicheren Seite. Dann ist der Vorfall einsatztechnisch registriert. Sollten sich mehrere Personen zu ähnlichen Fällen melden, dann können wir auch einmal eine Streife in den Bereich schicken."

Sicherheit vermitteln würden auch Überwachungskameras. Schindler aber mahnt, diese dürften nur auf dem eigenen Grundstück, in der Hofeinfahrt oder vor der Haustüre installiert werden: „Gehweg und öffentliche Straßen oder das Nachbargrundstück filmen ist verboten.“

mb

Rubriklistenbild: © Philipp Brandstädter (dpa-Symbolbild)

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