Trotz statischer Untersuchungen

Bauarbeiten an der Ornautalbrücke laufen weiter

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Von li: Ludwig Böhm, ehemals stv. Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau der Obersten Baubehörde, Landrat Georg Huber, Josef Seeberger, Pressesprecher Autobahndirektion Südbayern, Paul Lichtenwald, ehemals Präsident Autobahndirektion Südbayern

Schwindegg/Dorfen - Landrat Georg Huber machte sich kürzlich im Besucherzentrum der A94 in Dorfen ein Bild vom Baufortschritt der 33 km langen Teilstrecke der A94 zwischen Heldenstein und Pastetten.

Dabei stand auch ein Besuch der Rimbachtalbrücke auf dem Plan. Landrat Georg Huber betonte die Bedeutung des A94-Ausbaus für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und die Verbesserung der Sicherheit vor dem Hintergrund des stetig steigenden Verkehrsaufkommens.


Die 33 km lange Strecke umfasst insgesamt 58 Brückenbauwerke, davon etwa 20 Kreuzungsbrücken, die teils als ökologische Verbindungen fungieren. Während die Isentalbrücke mit fast 600 Metern die längste Brücke der Strecke ist, ist die Rimbachtalbrücke aufgrund der Kombination aus drei Bauverfahren mit konventionellem Traggerüst, Vorschubgerüst und Freivorbau die herausforderndste, auch weil sie ökologischen Anforderungen geschuldet ist. Durch das Freivorbau-Verfahren wird sichergestellt, dass das als FFH-Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU ausgewiesene Areal um den Rimbach nicht durch Gerüst- und Verschalungsarbeiten vom Boden aus beeinträchtigt wird. Der Lückenschluss des Überbaus der Richtungsfahrbahn Mühldorf ist erfolgt. 

Eine der Fahrbahnen der Ornautalbrücke kann weiter gebaut werden

Die Bauarbeiten an der 350 Meter langen Ornautalbrücke laufen ungeachtet der derzeitigen statischen Prüfung einer der beiden Fahrbahnen weiter, so das Landratsamt in seiner Pressemitteilung zum Besuch. Dies sei durch die Bauweise mit zwei gänzlich separaten Überbauten möglich, die auch im laufenden Betrieb und der Erhaltung der Brückenbauwerke des neuen A94-Teilstücks von Vorteil ist. Anfang des Monats war bekannt geworden, dass es beim Bau der Brücke Abweichungen im Milimeterbereich gegeben hat, die Auswirkungen auf die Statik haben könnten. Bereits damals versicherte die Geschäftsführung der Isental-Autobahn-Gesellschaft, dass es dadurch keine Verzögerung beim geplanten Fertigstellungstermin im Oktober 2019 geben wird. 


Der schwere Erdbau ist mittlerweile zu 98 Prozent und damit nahezu abgeschlossen. Kosten und Fertigstellung im Spätherbst 2019 sind weiterhin im Plan, so die Autobahngesellschaft gegenüber dem Landratsamt. Die Gesamtkosten für den Bauabschnitt betragen rund 440 Millionen Euro zuzüglich Kosten für Betrieb und Erhaltungsmaßnahmen über eine Betriebszeit von 30 Jahren. "Es gibt weder Verzögerungen noch eine 'Kostenexplosion", hatte Alfred Stanggassinger, einer der Geschäftsführer des A94-Projekts bei einer Baustellenbesichtigung des Vereins "Ja zur A94" Anfang April betont. Ende des vergangenen Jahres hatte es entsprechende Berichte gegeben.

hs/Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf am Inn

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