Folgen für Tierwelt

Heldenstein: Isen-Wehr unterspült - Wasserpegel sinkt dramatisch

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Pegel sank stark ab. 

Am Dienstag wurde in Heldenstein ein Wehr unterspült. Der Wasserpegel der Isen sank umgehend ab. Experten sind vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Die Bürger von Heldenstein dürften am Dienstag ihren Augen nicht getraut haben: Binnen kürzester Zeit sank der Pegelstand der Isen um bis zu eineinhalb Meter ab. Wo vor noch vor wenigen Tagen Wasser floss, liegt der Blick nun frei auf die Gewässersohle. Was ist hier geschehen? 


Paul Geisenhofer, seines Zeichens Behördenleiter vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, bringt auf Anfrage von innsalzach24 Licht ins Dunkel. Ein Wehr in Isenmühle wurde am Dienstag aufgrund eines Bauschadens unterspült, der Rückstau ist entsprechend abgesunken. Geisenhofer: „Das Wehr hat die Aufgabe, die Isen aufzustauen – und dieser Aufstau ist nun weg“. 

Wehr in Heldenstein unterspült: Bilder zeigen Ausmaß

 © fib/Eß
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Der Experte weist darauf hin, dass die Isen-Wehre teilweise „außerordentlich“ alt sind – er spricht von bis zu 100 Jahren. Dies führe dazu, dass sie in einem schlechten baulichen Zustand seien. Als Folge können sich sogenannte „Wasserwegsamkeiten“ bilden. Sprich: Das Wasser beginnt, sich seine eigenen Wege unterhalb des Wehrs zu suchen. Mehr und mehr Feinteile würden an gewissen Stellen im Laufe der Zeit ausgespült, bis sich das Wasser schließlich im großen Ausmaß seine eigenen Bahnen breche. Genau dies sei nun in Heldenstein geschehen. 

Für Bürger und Anwohner bestehe aber kein größerer Grund zur Sorge, da sich die Wasserwegsamkeiten lediglich im Bereich des Flussbetts befänden. Anders sehe es aber für die Natur aus: Schließlich hätte sich das Leben im und am Fluss über die Jahre an die Gegebenheiten angepasst. Auch die Fischwelt leide unter dem neuen Zustand: „Auswirkungen sind da sicher gegeben“, wie Geisenhofer verdeutlicht. 

Wehr unterspült: Bagger im Einsatz

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Deshalb wird nun unter Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Noch am Freitag haben sich Behördenvertreter vor Ort begeben, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Erste Maßnahmen wurden bereits ergriffen, so wurden Steine und Baumaterial angekarrt. Schweres Gerät verrichtet bereits sein Werk, denn es gilt einen Steindamm zu errichten. Wie Simone Kopf vom Landratsamt Mühldorf erklärt, soll mittels des Steindamms das Wasser wieder so wie ursprünglich in einen Seitenarm der Isen fließen, und der Wasserstand oberhalb des Wehres wiederhergestellt werden. Die Arbeiten werden im Laufe des Tages abgeschlossen sein. Ziel der Maßnahme ist es, die Auswirkungen auf die Gewässerökologie zu minimieren

Die endgültigen Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung des Wasserstandes werden in den kommenden Tagen in enger Abstimmung zwischen Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, Landratsamt und dem Wasser- und Bodenverband Isen II entschieden. Das alte Wehr jedenfalls soll abgerissen werden, so Kopf.

Zunächst gilt es aber zu verhindern, dass es weiteren Schaden nimmt. Ein Ingenieursbüro wurde bereits mit der Lösung dieser Aufgabe betraut. Es gelte nun, so schnell wie möglich den Zustand des Gewässers vor der Unterspülung wiederherzustellen, führt wiederum Geisenhofer aus. Bis wann dies geschehe, könne er noch nicht prognostizieren. Es werde aber „ohne Verzug“ daran gearbeitet.

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