Usprung des Ortsnamens 

Besitzt die Gemeinde in der Tat eine heldenhafte Vergangenheit? 

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Heldenstein - Woher stammt der Name der Gemeinde?
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Heldenstein - Ein Ort, an dem sich Helden zum Austausch über ihre Taten trafen - Steckt hinter dieser Vermutung wirklich etwas Wahres oder verbirgt sich hinter dem Gemeindenamen ein völlig anderer Ursprung? 

Wie beim Nachbarort Rattenkirchen, der der Verwaltungsgemeinschaft Heldenstein ansässig ist, bezieht sich die Herkunft des Gemeindenamens auf den Salzburger Adel: Etwa um 1050 erscheint Heldenstein erstmals in den Salzburger Urkunden. Als sehr wahrscheinlich gilt, dass Heldenstein der Sitz eines Edelgeschlechts war. In einer Urkunde des Klosters Au ist ein "Wemhart de Heltinstein" erwähnt, der bereits um das Jahr 1140 auftrat. 

Damals übergab Graf Chadalhoh dem Heiligen Petrus und dem Heiligen Rupertus zu Händen des Erzbischofs Baldwin einen mit herrschaftlicher Wohnung versehenen Sitz namens "Burtina" (Pürten)

An "Burtina" grenzte ein Wald mit drei Höfen. Einer davon lag direkt am Ort. Die beiden anderen, "Chunoheim" (Küham) und "Heltinstein" (Heldenstein), befanden sich außerhalb. Wer jetzt glaubt, an dem dritten Ort seien viele Helden gewesen, die sich möglicherweise noch an einem Stein trafen, der irrt: "Helid" als althochdeutsches Stammwort für "Held" stand damals für "Hirten", die das Vieh rund um die Uhr gegen die Gefahren der Wildnis schützten. "Stein" bezeichnete ein steinernes Haus.

Weinanbau und ein prominenter Bürger

Die Flächen rund um Heldenstein wurden wohl als Weinbaugebiet genutzt. Alte Flurnamen wie zum Beispiel "Weinberg" in Lauterbach oder der Hausname "Weinzierl" am Glatzberg deuten noch darauf hin. 

Des Weiteren hatte Heldenstein lange Zeit einen prominenten Bürger. Der Schlagersänger Roy Black nutzte die kleine Gemeinde im Landkreis Mühldorf als Zufluchtsort und zur Erholung. Am 9. Oktober 1991 starb Roy Black an Herzversagen in seiner Fischerhütte in Heldenstein. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung aus dem Jahr 2011 soll bei der Obduktion ein Blutalkoholwert von drei Promille festgestellt worden sein.

Roy Black hatte eine Fischerhütte in der Gemeinde Heldenstein. 

Auch Gemeindewappen spielt auf Erzstift Salzburg an 

Nach der Säkularisation 1803 entwickelten sich die Gemeinden. Der erste Gemeindebeschluss Heldensteins ist 1826 protokolliert. Das alte Schulhaus von Heldenstein wurde in den Jahren 1825 bis 1826 nach einem Brand neu erbaut. Das mittlerweile renovierte Gebäude renoviert dient jetzt als Pfarrheim

Das Wappen der Gemeinde Heldenstein. 

Im Inneren des Gemeindewappens aus dem Jahr 1979 befindet sich ein silbernes Seerosenblatt, rechts daneben ein grüner Panther. Das Seerosenblatt erinnert an das Klosterwappen von Seeon. Der grüne Panther ist das Wappentier der Grafschaft Kraiburg und weist auf den starken Besitzanteil dieser Grafschaft innerhalb der heutigen Gemeinde hin. 

Die beiden Wellenbalken als Symbole für "Bach" stehen für die beiden eingemeindeten Orte "Weidenbach" und "Lauterbach", die heute zusammen mit Heldenstein das Gemeindebild bilden. Die  beiden Schildhälften wurden in Rot und Gold gehalten, um damit auf das Erzstift Salzburg anzuspielen, das seit dem Hochmittelalter im heutigen Gemeindegebiet Herrschaftsrechte ausübte.

mb

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