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Übergang Weidenbach: "Lösung der Bahn für uns nicht hinnehmbar!"

Heldenstein: Gemeinde hofft Bahn noch zu Umlenken bei Übergang Weidenbach zu bringen
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So sieht die von der Bahn favorisierte Variante für den Umbau des Übergangs Weidenbach im Gemeindegebiet von Heldenstein aus.

Heldenstein - Noch immer gibt es kein Einvernehmen zwischen Bahn und Gemeinde bezüglich des Übergangs bei Weidenbach. Nun soll ein Termin in Berlin eine Lösung bringen.

"Die von der Bahn angedachte Lösung ist für uns einfach nicht hinnehmbar", betont Heldensteins Gemeinde-Geschäftstellenleiter Thomas Ellinger. "Mit Unterstützung des lokalen Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (CSU) konnte noch für Juli ein Gespräch von Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU) und der Ersten Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) bei Herrn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) terminiert werden, um die Haltung der Gemeinde Heldenstein und des Landkreises Mühldorf auch in Berlin nochmals detailliert darzulegen." 


"Im Sommer will ja die Bahn ihre Planungsunterlagen für die Ausbaustrecke 38 der Öffentlichkeit vorstellen. Wir hoffen, dass wir davor noch Bahn und Bund zu einem Einlenken bewegen können", so Ellinger abschließend. Während die Deutsche Bahn den Bahnübergang durch eine Ersatzstraße nach Südosten ausgleichen will, fordert die Gemeinde als Lösung einen neuen Bahnübergang. 

Bahnstrecke soll ausgebaut werden

Da die Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, soll sie unter dem Projektnamen Ausbaustrecke 38 (ABS 38) ausgebaut werden. Im Rahmen dessen wird die Strecke elektrifiziert und überwiegend zweigleisig ausgebaut, was zu einer Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h führen soll. Von den Baumaßnahmen ist auch der Bahnübergang Weidenbach im Gemeindegebiet von Heldenstein betroffen. 


Konkret im Abschnitt Markt Schwaben-Ampfing ist laut Bahn eine Höchstgeschwindigkeit der Züge von bis zu 200 Kilometern in der Stunde möglich. Ab Tempo 160 seien aber höhengleiche Bahnübergänge verboten. Daher soll der bestehende Übergang beseitigt und durch einen Neubau ersetzt werden. Bereits seit einigen Jahren beschäftigt das Thema nun die Politik im Landkreis. Da von einer Neubau-Lösung auch die Kreisstraße MÜ21 betroffen wäre, sind neben Bahn und Gemeinde auch die Landkreis-Verwaltung involviert.

Gemeinde favorisierte ursprünglich von Bahn gewünschte Variante

Es gäbe eine ganze Reihe von möglichen Lösungen, die im März 2017 auch dem Kreistag vorgestellt wurden.Die Bahn favorisiert als Lösung, südlich und parallel zur Bahnlinie eine Ersatzstraße nach Südosten zu bauen. Diese würde dann an die bestehende Staatsstraße anschließen. Dabei würde ein Wirtschaftsweg, der sich im Besitz der Bahn befindet, ausgebaut und eine Brücke über den Kirchbrunner Bach errichtet. Betroffene Grundstücks-Zufahren blieben dabei erhalten.

Dieser Variante schloss sich auch schon 2017 der Kreistag an und lehnte sich damit auch an einen Gemeinderatsbeschluss aus Heldenstein vom Dezember 2016 an. Beide Beschlüsse waren die Grundlage für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens der DB Netz. Anfang Dezember 2017 änderte der Gemeinderat jedoch mit einstimmigem Votum seinen Beschluss. Grund dafür waren Äußerungen direkt betroffener Anlieger. Nun wird eine Eisenbahnüberführung favorisiert. "Wir brauchen eine Lösung, die für die Bürger zufriedenstellend ist, nicht nur für die Haushaltskassen. Alles andere als eine Bahnüberführung ist nicht befriedigend, dafür werden wir mit den Weidenbacher Bürgern kämpfen", hatte damals auch der damalige Bürgermeister Helmut Kirmeier (CSU) betont.

ABS 38 auch in Schwindegg Thema

Vom Ausbau der Bahnstrecke sind auch weitere Gemeinden im Landkreis betroffen. Vor kurzem verständigten sich die Bahn mit der Gemeinde Schwindegg über jedes dafür nötige Bauwerk im Gemeindebereich auf eine Planungsvereinbarung. Der Gemeinderat beschloss dazu noch jeweils einstimmig die sogenannten Planungsvereinbarungen für die Eisenbahn-Überführungen "Isenstraße" und "Auenstraße".

"Wir sind nun einen großen Schritt weiter", so ein Sprecher der Bahn damals gegenüber innsalzach24.de. 

hs

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