Zwei Ersatzvarianten

Bahnübergang Weidenbach: Gemeinde muss sich entscheiden

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Heldenstein - Bereits seit einer Weile ist der Ersatz des bisherigen Bahnübergangs Thema. Nun soll bald eine Entscheidung fallen.

Da die Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, soll sie unter dem Projektnamen Ausbaustrecke 38 (ABS 38) ausgebaut werden. Im Rahmen dessen wird die Strecke elektrifiziert und überwiegend zweigleisig ausgebaut, was zu einer Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h führen soll. Von den Baumaßnahmen ist auch der Bahnübergang Weidenbach im Gemeindegebiet von Heldenstein betroffen. Er soll beseitigt und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Kreistag beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Gemeinde Heldenstein aufzufordern, sich binnen sechs Wochen zwischen der Umlegung der Kreisstraße MÜ21 parallel zur Bahnstrecke in Richtung Osten oder dem Ersatz des Bahnübergangs durch eine Straßenüberführung zu entscheiden. Der Landkreis wird dann für eine der beiden Varianten seine finanzielle Unterstützung gewähren. 

Das Thema hat bereits eine lange und komplexe Vorgeschichte. Insgesamt gibt es vier verschiedene Varianten für den Ersatz des Bahnübergangs:

  1. Die Umlegung der Kreisstraße MÜ21 parallel zur Bahnstrecke in Richtung Osten. Dies würde nach einer aktuellen Untersuchung der Bahn etwa 3,3 Millionen Euro kosten. Ursprünglich war von 2,6 Millionen Euro die Rede. 
  2. Den Ersatz des Bahnübergangs durch eine Straßenüberführung, was etwa 3,2 Millionen Euro kosten würde und somit die günstigste Variante wäre. 
  3. Der Ersatz durch eine Eisenbahnüberführung, die nach aktuellen Schätzungen der Bahn etwa 7,9 Millionen Euro kosten würde.
  4. Die Umlegung der Kreisstraße MÜ21 West und der Neubau einer Eisenbahnüberführung unmittelbar westlich der bestehenden Überführung "Am Brühl". Dies würde nach aktuellen Berechnungen etwa 8,3 Millionen Euro kosten.
Die Variante 1: Umlegung der Kreisstraße nach Osten.

Im Juli 2017 genehmigte der Kreistag die Variante 1 als Ersatzmaßnahme. Damit lehnte er sich an einen Gemeinderatsbeschluss aus Heldenstein vom Dezember 2016 an. Beide Beschlüsse waren die Grundlage für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens der DB Netz. Anfang Dezember 2017 änderte der Gemeinderat mit einstimmigem Votum jedoch seinen Beschluss. Grund dafür waren Äußerungen direkt betroffener Anlieger. Nun wird eine Eisenbahnüberführung favorisiert. Zwar gab es Bedenken, dass der Landkreis dieser Entscheidung nicht folgen werde, aber "Wenn wir nichts machen, dann werden wir auch nichts kriegen", zitierte der Mühldorfer Anzeiger Gemeinderat Thomas Axenbeck (CSU) damals. Eine West-Lösung wurde prinzipiell ausgeschlossen. Die Bahn überprüfte daraufhin alle Varianten noch einmal

Die Variante 2: Straßenüberführung.

Der Landkreis ist mit einem Drittel an den kreuzungsbedingten Kosten beteiligt. Bisher sind für die bereits beschlossenen Varianten für die Haushalte 2018 bis 2021 insgesamt 900.000 Euro angesetzt. Das Eisenbahnbundesamt und der Bund werden sich voraussichtlich nur jeweils mit einem Drittel an einer der beiden günstigen Varianten 1. oder 2. beteiligen, wie in der vergangenen Woche bekannt wurde. Nach aktuellem Stand bliebe daher bei der Ausführung einer Eisenbahnüberführung, wie von der Gemeinde Heldenstein favorisiert, eine Finanzierungslücke von 4,6 Millionen Euro. 

Die Variante 3: Eisenbahnüberführung.

Im Kreistag wurde über die beste Lösung in dieser Sache ausführlich diskutiert. Siegfried Höpfinger (CSU) merkte an, die Bahn habe die Gemeinde nicht ausreichend informiert. Auch er betonte, die West-Variante sei den Heldensteinern nicht zumutbar.

"Wir müssen schauen, dass wir die für die Bürger beste Lösung finden",

appellierte er an das Gremium. Landrat Georg Huber (CSU) bemerkte, dass der Bund auf keinen Fall eine der beiden teuren Varianten unterstützen würde, da dann auch andere Gemeinden Ansprüche stellen würden. Von verschiedenen Seiten wurde angemerkt, dass eine Straße immer günstiger im Unterhalt sei, als die teils komplexen Bauwerke bei den Überführungen. Ebenso, dass bei der Variante einer Straßenunterführung Probleme mit dem Grundwasser drohen könnten. 

Die Variante 4: Umlegung der Kreisstraße nach Westen.

Günther Knoblauch (SPD) betonte, die Bahn würde mit Sicherheit bei ihrer Entscheidung für die kostengünstigsten Varianten bleiben. Marcel Huber (CSU) bot an, gemeinsam mit MdB Stephan Mayer (CSU) zu klären, ob es auch für andere Varianten als bisher zugesagt eine Unterstützung des Bundes geben würde. Landrat Huber betonte, dies wäre eine sehr erfreuliche Initiative. Denn angesichts der aktuellen Situation könne sich der Landkreis nur für die beiden günstigen Varianten einsetzen. 

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