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Ausbau zwischen München und Mühldorf

Bahnüberführung kann realisiert werden: Dafür verzichtet Heldenstein auf zweiten Übergang

Im Zuge des zweigleisigen Bahnausbaus soll der Bahnübergang bei Weidenbach von einer Bahnüberführung ersetzt werden.
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Im Zuge des zweigleisigen Bahnausbaus soll der Bahnübergang bei Weidenbach von einer Bahnüberführung ersetzt werden.

Bahnunterführung, eine neue Parallel-Straße oder Bahnüberführung: Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie nach dem zweigleisigen Bahnausbau Weidenbach weiter ans Straßennetz angebunden sein wird. Jetzt hat man eine finale Lösung gefunden, für die der Landkreis und die Kommune Zugeständnisse machen müssen.

Heldenstein – Lange hatten Anwohner und die Gemeinde Heldenstein darum gekämpft, am Ende hat es nun noch geklappt: Der Bahnübergang bei Weidenbach soll im Zuge des zweigleisigen Bahnausbaus München-Mühldorf von einer Bahnüberführung ersetzt werden. Der Bau einer neuen Straße parallel zur Bahntrasse ist damit vom Tisch. Für diese Lösung hat die Gemeinde Heldenstein Zugeständnisse gemacht.

Die Abfahrt auf der A 94 auf der einen Seite, dann noch die Bahnlinie und die Isentalstraße: Lorenz Brandmaier aus der Blumenau bei Weidenbach muss mit dem vielen Lärm umgehen. Eine neue Straße direkt vor der Haustür als Ersatz für den Weidenbacher Bahnübergang, war aber nicht nur ihm und seiner Familie zuviel. Gegen das laufende Planfeststellungsverfahren hatten er, Nachbarn und Anlieger viele Einwendungen vorgebracht und sich juristischen Beistand geholt.

Problem sind die Kosten

Aber auch Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) hatten sie auf ihrer Seite, die sich nicht nur im Kreistag für eine Alternative stark machte. Jetzt ist klar: Die Parallelstraße zur Bahnlinie in Richtung Küham wird es nicht geben. Auf Initiative von Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) ist das Bundesverkehrsministerium nun zu einer Lösung gekommen: Es soll eine Bahnüberführung gebaut werden und der Bund übernimmt dafür die Kosten, die über der wirtschaftlichsten Lösung liegen.

Die Kosten waren von Anfang an das Problem: Während die Schließung des Bahnübergangs samt neuer Straße nur 3,2 Millionen Euro kostet, ist die Bahnüberführung mit rund 7,9 Millionen mehr als doppelt so teuer. Als Verhandlungsspielraum in der Hinterhand hatte die Gemeinde Heldenstein den Bahnübergang „Am Brühl“, auf den sie künftig verzichten wird.

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„Das war in Absprache mit den Weidenbacher Bürgern unser Zuckerl, das wir aus der Hand geben konnten“, sagt Antonia Hansmeier auf Nachfrage. Dieses Zuckerl hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auch angenommen: Die für diese Maßnahme eingeplanten Mittel in Höhe von geschätzten drei Millionen Euro sollen für die Bahnüberführung verwendet werden. Zusätzlich dazu fordert Scheuer eine kommunale Beteiligung von 500 000 Euro ein, wie das Wahlkreisbüro von Innenstaatssekretär Stephan Mayer mitteilt. Die Beteiligung des Straßenbaulastträgers – in diesem Fall der Landkreis – ist seit einer Gesetzesänderung nicht mehr nötig.

„Es war eigentlich schon 5 nach 12. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch möglich ist“, sagt Hansmeier, die Mayers Einsatz sehr schätzt. Auch finanziell wird die Gemeinde sich beteiligen. Von den geforderten 500 000 Euro übernimmt die Kommune die Hälfte. Schon in der nächsten Woche werden die Kreisgremien darüber entscheiden, ob sich der Landkreis ebenfalls mit 250 000 Euro beteiligen wird.

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Das „hartnäckige Engagement“ von Bürgermeisterin Antonia Hansmeier und Landrat Max Heimerl (CSU) hat sich am Ende laut Stephan Mayer bezahlt gemacht. „Dies ist eine sehr gute Lösung für die Gemeinde Heldenstein und insbesondere den Ortsteil Weidenbach und das gewünschte Bauvorhaben zur Eisenbahnüberführung. Ich bin sehr froh, dass sich die Bemühungen und der Einsatz für die Unterstützung des Projekts der Gemeinde Heldenstein ausgezahlt haben und das Bauvorhaben jetzt endlich durch die Kostenübernahme vonseiten des Bundes gesichert ist.“

Erleichterung in der Blumenau

Schlussendlich sei es dem Einsatz Mayers zuzuschreiben, dass eine Lösung im Sinne der Gemeinde gefunden werden konnte. Für Landrat Heimerl steht außer Frage, dass sich nun der Landkreis an den Kosten beteiligen soll. „Das ist eine sehr gute Lösung für die Bürgerinnen und Bürger in Weidenbach. Ich freue mich sehr, dass gemeinsam eine Lösung gefunden werden konnte, die den Interessen der Bürger, der Bahn sowie des Landkreises entspricht.“

Auch in der Blumenau ist die Erleichterung über das Ja zur Bahnüberführung zu spüren. Bereits am Wochenende hatte Lorenz Brandmaier davon erfahren, fassen konnte er es zunächst aber nicht. „Ich hatte nicht mehr daran geglaubt. Trotzdem habe ich gegenüber den Nachbarn immer noch Euphorie verbreitet, dass es doch noch klappen wird.“

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