96.000 Euro oder maximal 60 Prozent?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Lange Jahre war die baufällige Friedhofsmauer ein Schandfleck im Ortsbild. Im Zuge der Dorferneuerung konnte sie saniert werden. Meinungsverschiedenheiten gibt es aber wegen der angefallenen Kosten.

Heldenstein - Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gemeinde und dem erzbischöflichen Ordinariat: Konkret geht es um die Kostenverteilung für die Sanierung der Friedhofsmauer.

Die Sanierung der Friedhofsmauer, die im Zuge der Dorferneuerung erfolgte, beschäftigten ein weiteres Mal die Gemeinderäte. Als die Kostenschätzung zu Beginn der Baumaßnahmen bei 254200 Euro lag, ging man davon aus, dass 80000 Euro zulasten des Amtes für ländliche Entwicklung gehen und 96000 Euro das Ordinariat übernimmt. Den offenen Betrag in Höhe von 78200 Euro sollte demnach die Gemeinde finanzieren.

Nun konnte die Maßnahme mit einem deutlich geringeren Gesamtbetrag von 175898 Euro abgeschlossen werden. Obwohl dies insgesamt erfreulich ist, bestehen zwischen dem Erzbischöflichen Ordinariat in München und der Gemeinde Heldenstein unterschiedliche Ansichten über die Kostenverteilung. Während die Gemeinde die Auffassung vertritt, dass seitens des Ordinariats eine Kostenbeteiligung in Höhe von 96000 Euro zugesichert war, beharrt dieses darauf, dass der Zuschuss maximal 60 Prozent betrage. Obwohl die Gemeinde bereit ist, den Anteil in Höhe von 27128 Euro zu tragen, verlangt das Ordinariat eine Kostenbeteiligung der Kommune in Höhe von 54106 Euro. Die Gemeinderäte diskutierten, ob man die Angelegenheit nicht rechtlich prüfen sollte, zumal bereits 2009 verschiedene Ansichten darüber bestanden, wer für den Unterhalt der Friedhofsmauer in der Pflicht steht.

Bei einer Gegenstimme entschieden sie sich letztlich dafür, einen Gesamtbetrag in Höhe von 27129 Euro zu zahlen. Die Zahlung steht unter dem Vorbehalt, dass seitens des Ordinariats keine weiteren Forderungen mehr erhoben werden.

Zusätzliche Kosten entstehen der Gemeinde beim Breitbandausbau. Für die Notwendigkeit der Kabelverlegung in Leerrohren, anstatt die Kabel wie ursprünglich vorgesehen nur einzusanden, werden zusätzlich rund 54500 Euro benötigt.

Seit einiger Zeit laufen die Erdarbeiten für den bevorstehenden Breitbandausbau. Die ausführende Firma, die als günstigster Bieter zum Zuge kam, hatte im Angebot vorgesehen, die zu verlegenden Kabel lediglich einzusanden. Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass seitens der Telekom aber die Verlegung in Leerrohren gefordert wird. Laut Telekom ist dies Standard. Empfohlen wurde der Gemeinde die gleichzeitige Verlegung eines zweiten Leerrohres, um für einen zukünftigen weiteren Ausbau gerüstet zu sein.

Einen faden Beigeschmack hatte für die Gemeinderäte, dass die angeblich standardgemäße Verlegung in Leerrohren nicht von Anfang an Bestandteil des Angebots war. Letztlich sahen sie sich aber wegen der bereits laufenden Arbeiten gezwungen, dem Nachtragsangebot zuzustimmen. Auch dem Einbau eines zweiten Leerrohres mit Kosten von rund 7500 Euro stimmten sie zu, da gleichzeitig das Einsanden mit einem Kostenanteil von rund 9300 Euro entfällt.

jhg/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser