Heimat für junge Familien

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Frühstücken und spielen unter einem undichten Dach. Die Kleinkinder im Mehrgenerationenhaus - Haus der Begegnung lassen es sich trotzdem schmecken.

Mühldorf - Das Mehrgenerationenhaus - Haus der Begegnung in Mühldorf, ist für viele junge Familien und Alleinerziehende eine feste Heimat geworden.

Eltern werden mit ihren Babys direkt nach der Geburt eingeladen, um sich über die vielen Angebote zu informieren. Viele junge Frauen erhalten Rat und Hilfe.

Viele junge Familien und Alleinerziehende nutzen die Räume dieses Hauses, besonders neu zugezogene Eltern knüpfen erste Kontakte zu anderen jungen Familien. Idyllisch ist es im Dachgeschoss, wo vormittags Kleinkinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren betreut werden. Doch einen Haken hat die Lage unter dem Dach: Es kann rein regnen, weil das Dach nicht mehr dicht ist. Die Biberschwanz-Deckung ist porös geworden im Lauf von 30 Jahren und muss erneuert werden. Auch die Dachfenster sind nicht mehr dicht. An den Ecken fault das Holz und es gibt Wasserspuren.

"Wir wollen den Kindern und ihren Eltern eine warme Stube bieten, und das können wir nicht finanzieren" erzählt die Leitern des Hauses, Marianne Zollner. "Denn mit Elternbeiträgen kann das nicht erfolgen." Zuschüsse gebe es vom Bayerischen Staat nicht. Laufende Betriebskosten könne das Haus zum Teil abdecken, aber keine Reparaturen oder gar größere Renovierungsarbeiten. "Dazu zählt auch die Heizung des Hauses, die nach 30 Jahren ebenfalls erneuert werden muss."

Inge M. und ihre Tochter Franziska (Namen von der Redaktion geändert) haben im Mehrgenerationenhaus ein wichtiges Fundament gefunden. Die heute 23-Jährige und ihre eineinhalb Jahre alte Tochter nutzen die vielen Angebote im Haus. Inge M. wurde vor eineinhalb Jahren von ihrem alkoholabhängigen Freund schwanger. Sie verlor ihre Arbeit und zog mit ihrem ebenfalls arbeitslosen Freund aus einer Landgemeinde im Landkreis nach Mühldorf. Als sie den Safe-Kurs bei der Caritas während der Schwangerschaft mit ihrem Freund besuchte, wurde sie über die Angebote des Hauses der Begegnung informiert.

"Ich bin von den jungen Frauen und Familien sowie von den Verantwortlichen hier im Haus mit offenen Armen empfangen worden. Wenn ich nicht diese Ansprechpartner und diese Hilfe gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich zu Hause versumpft", berichtet die junge Mutter. In der Mutter-Kind-Gruppe fühlt sie sich und ihre Tochter sichtlich wohl. "Mein Freund und ich haben in Mühldorf niemanden. Wir sind umgezogen, damit mein Freund von seinen Alkoholfreunden wegkommt. Der Kontakt zu unseren Eltern ist nicht sehr intensiv. Ich wüsste nicht, was ich ohne diese Unterstützung gemacht hätte."

Langsam scheint sich die junge Familie auf einen guten Weg zu machen. Der Freund von Inge M. hat eine Entziehungskur hinter sich und eine Therapie begonnen. Die kleine Franziska entwickelt sich prächtig und ihre Mutter sieht wieder Licht am Ende des Tunnels.

Die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses halten engen Kontakt zur Mutter. "Sollten sich Veränderungen ergeben, dann sehen wir das und sprechen die junge Frau an. Das ist wichtige vorbeugende, soziale Arbeit, wie wir sie in unserem Haus täglich praktizieren."

Inge M. weiß wohin sie sich wenden kann, wenn es für sie Schwierigkeiten gibt. "Ich weiß, dass ich nicht allein bin und das ist für mich eine große Beruhigung, aber ich hoffe, dass ich mit der Hilfe, die ich bekomme, das Leben unserer kleinen Familie bald in ganz normalen Bahnen verläuft."

Die vielfältigen Angebote für junge Familien und Alleinerziehende, wie die Mutter-Kind-Gruppen, das Eltern-Kind-Turnen, der Spielevormittag und das Familienfrühstück müssen finanziert werden. Aus diesen Gründen ist das Mehrgenerationenhaus in Mühldorf, das für den gesamten Landkreis Mühldorf angelegt ist, auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.

Die Heimatzeitung will helfen, dass diese wichtige Einrichtung für Familien in Not überleben kann und bittet die Leserinnen und Leser deshalb um Spenden. Der heutigen Ausgabe liegen Überweisungsscheine bei.

sb

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