Gründe für Geisterfahrt schwer zu finden

Mühldorf - Die Ursachenforschung läuft, ob sie zu einem Ergebnis führen wird, ist fraglich: Warum fuhr Sonntagnacht ein junger Waldkraiburger auf der A94 in die falsche Richtung? **Video**

Der Unfall auf der A94 forderte fünf Todesopfer.

Seit Eröffnung des Autobahnabschnitts Altötting- Ampfing gab es zahlreiche Geisterfahrer, weiß Johann Ertl von der Autobahnpolizei. Bis heute sind mit rückläufiger Tendenz auf dieser Strecke immer noch mehr Geisterfahrer als anderswo unterwegs. Überwiegend seien es ältere Verkehrsteilnehmer oder Fahrer, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Einen Grund kann Ertl aber so wenig benennen wie Dr. Wolfgang Wüst von der Autobahndirektion, die den Abschnitt geplant und gebaut hat.

Fotostrecke: Horrorunfall auf der A94

Tödlicher Unfall A94

Nach seinen Angaben weisen die Auffahrten keine auffälligen Merkmale auf, die die häufigen Geisterfahrten erklärten, sagt Wüst. Zwar seien alle Anschlussstellen durch Lage, Zufahrtsstraßen und Gelände individuell, bundesweite Richlinien legten aber fest, wie die Auffahrten gebaut werden müssten. „Die Gründe für die Geisterfahrt sind nur ganz schwer zu erklären, aus planerischer Sicht ist kaum Abhilfe möglich.“ Trotzdem will sich die Autobahndirektion die Auffahrt Altötting genau anschauen, um herauszufinden, ob es dort „Optimierungsbedarf“ gibt, wie Wüst erklärt.

Video: Horrorunfall auf der A94

Aus Sicht der Polizei ist dieser letzte schwere Unfall schon wegen der enormen Kollisionsgeschwindigkeit als Ausnahmefall anzusehen, denn in der Regel kämen die meisten Autofahrer mit der Autobahnauffahrt gut zurecht.

Mehr Erkenntnisse soll ein Unfallgutachten bringen, das vom Kfz-Sachverständigen Frank Schmidinger aus Töging erarbeitet und voraussichtlich in zwei bis drei Monaten vorliegen wird.

hon/jug/Mühldorfer Anzeiger

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