Grün im schwärzesten Landkreis

Rainer Stöger.

Mühldorf - Die Kreisgrünen werden 30 Jahre alt. Was 1980 mit einer kleinen Gruppe begann, hat sich zu einer stetigen politischen Kraft entwickelt. Fragen an Vorstand Rainer Stöger.

Frage: Welche Bedeutung haben die Grünen im Landkreis?

Vielleicht noch nicht ganz die, die sie bundespolitisch haben. Aber wenn ich sie mit der Zeit vor fünf Jahren vergleiche, ist sie enorm gewachsen. Bei den letzten Kommunalwahlen haben wir unsere Ergebnisse in manchen Kommunen verdoppelt. Das kann sich sehen lassen.

Frage: Haben Sie dadurch größeres politisches Gewicht bekommen?

Ja, aber vor allem hat sich die Präsenz gesteigert. Wesentlich mehr zählbare Ergebnisse hat das zwar nicht gebracht, man hört aber stärker auf uns. Früher wurden unsere Ideen pauschal vom Tisch gewischt, heute kommen sie oft von anderer Seite wieder.

Frage: Zum Beispiel?

Nehmen Sie den Öli, die Sammelstelle für Speiseöl an den Wertstoffhöfen. Das haben die Grünen in Ampfing beantragt und es wurde glatt abgelehnt, weil es zu gefährlich sei und zur Sondermüllentsorgung gehöre. Nur ein oder zwei Jahre später kam die Idee direkt von Landrat Huber wieder und wurde auch prompt umgesetzt.

Frage: Manche kritisieren, dass die Grünen im Kreistag mit dem Landrat auf Schmusekurs sind.

Das ist unsere momentane Art, Politik zu machen, es geht es etwas stiller zu als früher. Das heißt aber nicht, dass wir weniger aktiv sind. Wir sind vielleicht sogar erfolgreicher geworden, weil wir einige Dinge angestoßen haben. Es ist aber nicht so schmusig, wie es aussieht. So lange wir nicht die Machtposition haben, wählen wir den sanften Weg und heben uns die Kraft für die nächste Wahl auf.

Frage: Rechnen Sie damit, die Mehrheit der CSU im Landkreis zu brechen?

Es wäre schön, wenn niemand mehr eine absolute Mehrheit hätte, sondern sich für jede Entscheidung eine Mehrheit suchen müsste. Absolute Mehrheiten sind kein sinnvoller Weg in der Politik.

Frage: Was wünschen Sie den Grünen zum 30. Geburtstag?

Ich wünsche uns, dass wir stärker werden und beharrlich an den Themen bleiben: Umwelt, Wirtschaft und Bildung. Wir haben gezeigt, dass wir uns auch bei anderen Themen als den Umweltfragen nicht verstecken brauchen. Weil wir konsequent unseren Weg gehen, haben wir so starken Aufwind bekommen. Ich wünsche mir, dass sich der bundesweite Aufwärtstrend noch stärker im Landkreis niederschlägt, damit wir etwas grüne Farbe in den vielleicht schwärzesten Landkreis Deutschlands bringen können.

hon

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