"Katzenmama" Walburga Weindl sammelt für Tiere

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Für Pflegekatzen hat Walburga Weindl schon vor Jahren in ihrem Garten eigens ein Freigehege anlegen lassen. So kann sie sich sicher sein, dass diese nicht abhauen.

Neumarkt-St. Veit – Tierliebe hat in Neumarkt-St. Veit einen Namen: Walburga Weindl. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert engagiert sie sich für den Tierschutz.

Sie sammelt Spendengelder, päppelt ausgesetzte Tiere auf und vermittelt diese weiter. Jedoch ist sie der einsame Streiter auf weiter Flur.

Katzen haben es bei Walburga Weindl gut. Es mangelt ihnen an nichts, wenn die 67-Jährige wieder einmal ein Fundtier bei sich aufnehmen muss. Fast das halbe Grundstück nimmt das Gehege in Beschlag, das sich im hinteren Bereich ihres Gartens befindet und wo die Neumarkterin die Tiere unterbringt, die entweder ausgesetzt wurden oder bei ihren Besitzern bis dato ein verwahrlostes Dasein verbracht haben.

Wie viele Haustiere, vor allem Katzen, die 67-Jährige in all den Jahren aufgenommen und gerettet hat, weiß die Neumarkterin nicht mehr. "1000 wird nicht reichen", meint sie nachdenklich. Stets habe sie sich bemüht, dass die Fundtiere einen guten Platz finden, am liebsten bei einem Tierliebhaber. Wenn es daran mangelte, dann war das Tierheim Kronberg Anlaufstelle Nummer eins.

Dort allerdings ist die Unterbringung nicht kostenlos. Sicherlich: Die Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-St. Veit zahlt pro Jahr eine Pauschale, um die 25 Cent pro Einwohner. Doch die Tierliebhaberin spricht davon, dass die Kosten, die verstoßene und aufgefundene Haustiere dort verursachen, um das Dreifache höher liegen würden. Und deshalb wurde die Neumarkterin selbst aktiv, klappert Jahr für Jahr Haushalte in Neumarkt-St. Veit und Egglkofen ab und sammelt - seit 27 Jahren bereits. "820 Mark waren es beim ersten Mal 1983", erinnert sie sich zurück. In 98 Prozent der Fälle gäben die Leute gerne einen Obulus, "weil man sich nach all den Jahren schließlich auch gut kennt und ein Vertrauen vorhanden ist, wohin das Geld fließt". Und so sind es mittlerweile gut 2500 Euro, die Weindl Jahr für Jahr als Sammelergebnis vorweisen kann. Geld, das in die Sterilisation herrenloser Katzen fließt und deren Pflege oder direkt dem Tierheim Kronberg zufließt.

Im gleichen Atemzug bedauert die 67-Jährige, dass die Stadt die Bezuschussung des Tierheimneubaus des Tierschutzvereins im Landkreis Altötting nicht bezuschusst. "Wenn wir das Tierheim nicht hätten, müsste sich die Stadt selbst um die Pflege herrenloser Tiere kümmern", und das sei mit Sicherheit teurer, als die Nutzung eines etablierten Tierheimes. Deswegen ist Walburga Weindl auch hier aktiv geworden, hat Unterschriften von Leuten gesammelt, die sich für eine zusätzliche Bezuschussung ausgesprochen haben. 400 Namen stehen bereits auf dieser Liste, verkündet die aktive Tierschützerin.

Haustiere sind nicht die einzige Passion der Neumarkterin. Sie lässt es auch nicht kalt, wenn sie Igel auffindet. Keine Frage, dass sie diese mit nach Hause nimmt und aufpäppelt, da die stacheligen Tierchen sonst aufgrund der fehlenden Pfunde einen Winter nicht überleben würden. Einer dieser Findlinge wog gerade mal 116 Gramm, als sie ihn vor kurzem auf dem Gehweg fand. Mittlerweile sei er bei 600 Gramm angelangt, "bei 850 Gramm kann man ihn in die Natur entlassen", weiß die erfahrene Tierschützerin.

Natürlich kümmert sich Weindl auch um Hunde, die ausgesetzt wurden. Besonders zu Herzen ging ihr das Schicksal zweier Schäferhunde, deren Besitzer alkoholkrank war. Sie hat ihm die beiden Tiere abgekauft und gut untergebracht. Oder die beiden Pferde, die sie in Schönberg total verwahrlost vorgefunden hatte. Auch dafür legte sie etwas Geld hin, um sie dann in entsprechend verlässliche Obhut zu geben. "Sie sollten den stolzen Hengst jetzt sehen", erzählt sie mit gewisser Genugtuung.

Sie weiß natürlich nach den all den Jahren in ehrenamtlicher Mission: Sie wird nicht jünger, "ein Nachfolger wäre schon wichtig. Doch der ist noch nicht in Sicht. Und wer Walburga Weindl kennt, der weiß: Solange dies der Fall ist, wird sich die Neumarkter Einzelkämpferin nicht zurücklehnen. Zu sehr liebt sie die Tiere. Vor allem Katzen: Immerhin zwei leben in ihrem Haushalt, zwei weitere sind zur Pflege bei ihr. Dabei gibt sie zu: "Bei Katzen ist das ganz schlimm. Wenn ich eine länger als acht Tage zur Pflege habe, kann ich mich nicht mehr von ihr trennen."

je/Mühldorfer Anzeiger

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