Graffiti-Künstler beseitigen Beton-Tristesse

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Ampfing - Bis zum vergangenen Wochenende herrschte an der Schallschutzwand im Ampfinger Jahnstadion farblose Tristesse. Dann gingen über 40 Graffiti-Künstler ans Werk. 

Grauer Beton - die Schallschutzwand am Jahnstadion in Ampfing war trist. Bis zum vergangenen Wochenende: Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern verewigten sich 43 Graffiti-Künstler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

"Farbfieber" hieß das Projekt, im Rahmen dessen die Künstler ihre Interpretation zum Motto "Weißblaue G'schicht'n" auf die Konzeptwand bannten. Es ist frisch an diesem Wochenende. Eingemummt in Kapuzenpullis und mit beklecksten Schlabberhosen scheinen die knapp zehn Grad Celsius den Künstlern aber nichts anzuhaben. Sie sprühen und gestalten, teilweise mit Schablone, teilweise mit Malerwaschel und Wandfarbe.

Kaum einer, der nicht überdimensionale Kopfhörer trägt, aus denen Hip-Hop-Musik dröhnt. "Ich höre jedoch eher elektronische Beats", erklärt Tiziano aus Winterthur, einer von fünf Schweizern, die sich an der Wand zu schaffen machen. Die Musik helfe, das Drumherum zu vergessen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, den Kopf frei zu bekommen, "abzuschalten", erklärt der 29-Jährige während er seine "Styles" kreiert. So heißen die kunstvollen Schriftzüge, während die anderen Künstler "Characters", Figuren, an die Wand sprühen, die irgend etwas mit dem Thema "Weißblaue G'schicht'n" zu tun haben.

Sprayer verewigen sich an Schallschutzwand

Der Erfolg war gigantisch, die Organisatoren Rudi Huber, Fabian Bertler und Jugendreferent Rainer Stöger waren zumindest zufrieden über den Verlauf der Veranstaltung. Und so wird es nicht die letzte gewesen sein, die mit der Verschönerung von Betonwänden in Ampfing zu tun hat. Der Gemeinderat hat bereits in einen Wettbewerb für Jugendliche eingewilligt. Ohnehin findet Bürgermeister Ottmar Wimmer immer mehr Gefallen an die künstlerischen Möglichkeiten in seiner Gemeinde.

Zwar werde auch die im Zuge dieses Projektwochenende erfolgten künstlerischen Ausgestaltung das Haus am Jahnstadion nicht vor der Abrissbirne bewahren. Er könne sich aber eine Gestaltung auch an der Bahnunterführung bei Wimpasing gut vorstellen, erklärte er am Rande der Vernissage der Ausstellung "Graffiti ohne Wand" am Jahnstadion. Diese ist übrigens noch am Samstag und Sonntag, 22. und 23. Oktober, von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

je/Mühldorfer-Anzeiger

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