"Gluck, gluck, weg war er"

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Marcus Köhler, Ortsvorsitzender der Töginger CSU.

Töging - Der Töginger CSU-Ortsverband hat im Gasthaus Springer sein traditionelles Starkbierfest veranstaltet. Einige derbe Sprüche inklusive.

"Wer dableckt wird ist beleidigt und wer ned dableckt werd, werd schwer gekränkt sein", sagte Stadträtin Heidi Schachtner am vergangenen Freitag beim Starkbierfest der Töginger CSU im Gasthaus Springer. Recht behielt sie mit ihrer Vorhersage jedoch nicht. Denn die verbalen Angriffe in der Fastenrede von Bruder Barnabas alias Ludwig Huber gingen fast ausschließlich in Richtung von SPD-Bürgermeister Horst Krebes. Gekränkt war in Reihen der CSU trotzdem niemand.

So wetterte Barnabas vor allem gegen den Zweckverband, den er mit den Worten "über dem Zweckverband ziehen die Adler ihre Kreise und die Geier scharenweise" kommentierte. Auch gab er dem Publikum den Tipp: "Willst von Autofahrern ein Budget an d Hand, gründe schnell den Zweckverband." Aber nicht nur auf den Zweckverband, auch auf die durch Krankheit begründete Abwesenheit des Töginger Bürgermeister ging Barnabas ein. Es sei wie bei Friedrich Schillers Ballade "Der Taucher": "Gluck, gluck, weg war er. Blubb, blubb, da war er." Das erklärt nach Barnabas' Worten auch andere Umstände, denn ihm sei "längst bekannt, Tauchen im Winter macht halt krank".

In punkto Schweinegrippe fand Barnabas erneut Anknüpfungspunkte zu Krebes: "Bänker, Politiker und Töginger in Massen wollten sich nicht impfen lassen. Sie ließen sich partout nicht spritzen, die Pharmaindustrie bleibt auf dem Glump drum sitzen. Nur einen hats erwischt sodann, nun ist er krank der arme Mann, das stand so nicht auf seinem Plan." Auch Tögings Zweiter Bürgermeister Bastian Höcketstaller blieb nicht unerwähnt. "Es muss sogleich der Kronprinz dran. Egal, ob studieren, oder nicht, repressentieren ist nun seine Pflicht. Wer holt sonst de Kohlen aus dem Feuer, mein Gott, des Studium, des werd teuer!"

Weitere Themen in der Fastenpredigt von Barnabas, Tögings Hauptstraße "Und da Asphalt strahlt schön in schwarz, wie fein, a Markierung muaß doch gar net sein. So viel Breite bringt doch nur Verdruss und mit de Zebrastreifen is jetzt Schluss." Sowie die öffentliche Toillete vor dem Rathaus "An jede Neuerung muaß man sich gwöhna, dafür is unser öffentlichs Klo um so schöner."

Nicht unerwähnt blieben das Desaster bei der Landesbank und der Hypo-Alpe-Adria: "Oh du, mein Nachbar Österreich, da gelang dir ein Millionenstreich. Denn die Ösis sind in Sachen Geld bedeutend besser aufgestellt."

Um nicht nur böse Worte zu reden, stellte Barnabas in Aussicht, er sei jetzt "Aushilfspfarra für die Töginger Diaspora, denn "koa Missionar will ja mehr in eure Stadt, nachdem der Eichhammer des Handtuch gschmissen hat".

Neben der Predigt von Ludwig Huber sorgte eine blinde Bierverkostung sowie die musikalische Unterstützung durch Mani Koller, Thomas Eiblmeier, Stefan Grünfeldner und Karl Kaiser für gute Stimmung. ago

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