Geschichtstage: Vorbereitungen laufen

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Bücher, Ranzen, Schiefertafel: Nach und nach trudeln die ersten Ausstellungsstücke bei Dr. Susanne Abel im Kreismuseum Lodronhaus ein.

Mühldorf - Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Von 6. bis 16. Oktober finden die Geschichtstage im Landkreis statt, die sich heuer um das Thema Schule und Bildung drehen.

"Jeder war mal Schüler. Deshalb kann auch jeder mitreden", erklärt die Leiterin des Kreismuseums Lodronhaus Dr. Susanne Abel. Bei ihr laufen die Fäden für die Geschichtstage zusammen. Nach und nach trudeln Ausstellungsgegenstände ein, sagen Referenten zu, kündigen Schulen ihre Mitarbeit an. Bis 30. Juni soll das Programm stehen, der Rahmen ist bereits gesteckt.

Der Ansatz: "Möglichst viele Menschen im Landkreis sollen an den Geschichtstagen teilhaben, vom Schüler bis zum Senior", sagt Abel. Am Ende werden sich ehrenamtliche und professionelle Angebote abwechseln, wird das Thema aus vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Expertenvorträge schlagen den Bogen aus historischer Sicht.

Unter anderem spricht Professor Max Liedtke aus Nürnberg über die Schulgeschichte in Bayern; der ehemalige Direktor des Hauptstaatsarchivs, Professor Dr. Joachim Wild, geht am Beispiel Schwindegg auf die Zeit vor der Gründung des staatlichen Schulwesens ein. Mit Spannung erwartet wird auch der Vortrag von Helmut Rasch. Der ehemalige Schulleiter erzählt über seine Zeit in einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt während der NS-Zeit.

Darüber hinaus haben zahlreiche Schulen ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. So werden sich die Pollinger Grundschüler mit dem Thema Schulweg befassen. "In Zeiten der Schulbusse hat sich gerade in Sachen Kommunikation und Gemeinschaftserlebnis vieles verändert", erläutert Abel, die sich freut, dass auch die Erwachsenenbildungseinrichtungen mit von der Partie sind: Von der Wirtschaftsschule Gester über die IHK und Berufsschulen bis hin zur Volkshochschule. Außerdem in Planung: Eine Ausstellung im Waldkraiburger Rathaus, die sich mit den Namensgebern der Schulen in der Stadt befasst.

Zentraler Anlaufpunkt der Geschichtstage werden die Museen im Landkreis sein: Allen voran das Schulmuseum in Neumarkt-St. Veit, das einen Schwerpunkt auf das Thema konfessionsgebundene Mädchenschulen auf dem Land setzen wird. Für eine Ausstellung in Gars entsteht gerade eine 1,60 auf 1,60 Meter große Landkreiskarte, auf der alle Schulen eingezeichnet sind. Der Clou: Mitglieder des Fotoclubs Kraiburg machen Aufnahmen aller Schulen, die den historischen Bildern gegenübergestellt werden. "Ein enormer Aufwand", sagt Abel und weist darauf hin, dass nach wie vor historisches Bildmaterial gesucht wird.

Denn die Geschichtstage sollen kein singuläres Ereignis sein, sollen nachwirken. Wie schon im vergangenen Jahr ist auch dieses Mal eine Publikation im Anschluss geplant, darüber hinaus werden die Ergebnisse auf der Bildungsmesse 2012 präsentiert. Dabei lautet die zentrale Fragestellung für die Historiker: "Wie sind wir dahin gekommen, wo wir heute sind?", sagt Abel. "Und wie es weiter geht, stellen wir zur Diskussion."

Dabei hofft sie auf einen weiteren Effekt der Geschichtstage: "Bisher werden die Museen als außerschulischer Lernort noch zu wenig wahrgenommen. Wenn sich das im Zuge der Geschichtstage ändert und nachhaltige Kooperationen oder Projekte mit den Schulen entstehen, haben wir sehr viel erreicht."

Wer Fotografien zum Thema oder altes Schulmaterial vom Tornister bis zum Rohrstock besitzt und zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter 08631 / 2351 an das Kreismuseum wenden.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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