Gegen die Vorurteile

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Im Begleitprogramm zur Ausstellung: Juliette Binoche in dem Film "Trennung", der am 25. Juni um 19 Uhr im Mühldorfer Kino zu sehen ist. Im Anschluss erzählt Nahost-Experte Dr. Friedrich Schreiber von seinen Erfahrungen in Israel.

Mühldorf - "Blickwechsel" heißt der Titel einer Ausstellung über Juden in Deutschland. Sie ist von 18. Juni bis 2. Juli in der Stadtbücherei zu sehen und wird von einem Rahmenprogramm mit Kino- und Konzertabend begleitet.

Nur durch Wissen voneinander und durch einen Wechsel der Perspektive im Gespräch könnten Vorurteile und Berührungsängste den Juden gegenüber abgebaut werden, glaubt Reimer Stobbe, der zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Andreas Beneker die Ausstellung "Blickwechsel - Christen und Juden - Juden und Christen" nach Mühldorf holt.

Denn an seiner Aktualität habe das Thema nichts verloren: "Juden werden heute kaum noch wegen ihrer Religion diskriminiert. Es wird ihnen vielmehr - an antisemitische Verschwörungstheorien anknüpfend - immer noch unterstellt, Einfluss auf Finanzwelt, Wirtschaft, Medien und Politik auszuüben." Zum Vorschein kämen derartige Behauptungen nicht nur an den Stammtischen, sondern auch in Leserbriefen in der Tageszeitung oder politischen Diskussionssendungen im Fernsehen, sagt Stobbe.

Doch die Initiatoren wollen mit ihrem Engagement, das sie im Rahmen der evangelischen Erwachsenenbildung und in Kooperation mit dem Ruperti-Gymnasium, dem Katholischen Kreisbildungswerk und dem Verein "Für das Erinnern" ausüben, nicht streng pädagogisch den Zeigefinger erheben, sondern "die Diskussion um Juden in Deutschland auf ein anderes Niveau heben". Die Wanderausstellung wird am 18. Juni um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei eröffnet und ist dort bis 2. Juli zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Zur Eröffnung kommt auch Ellen Presser, seit 1983 Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde in München.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Interviews mit in Bayern lebenden Jüdinnen und Juden. Zum besseren Verständnis für die aktuelle Situation gibt es einen Rückblick in die jüdische Geschichte seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Dabei geht es auch um die Wahrnehmung des Christentums aus jüdischer Perspektive. "Die Ausstellung ist aufwändig gemacht", betont Andreas Beneker. "Und sie versucht mit regionalem Bezug Denkanstöße statt fertiger Antworten zu geben."

Begleitet wird sie von einem Rahmenprogramm mit Kino- und Konzertabend. So ist am 25. Juni im Kino "Hollywood am Inn" um 19 Uhr der Film "Trennung" von Amos Gitai von 2007 zu sehen. Der Film beleuchtet in einer dramatischen Geschichte rund um die Räumung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen differenziert die Situation der Juden und Palästinenser.

Im Anschluss an die Vorführung spricht der Nahostexperte Dr. Friedrich Schreiber über seine Zeit in Israel und steht für eine Diskussion zur Verfügung. Von 1964 bis 1997 war er leitender Auslandsredakteur des Bayerischen Rundfunks.

Zum Abschluss der Ausstellung gibt es Klezmerjazz - ein Konzert der Gruppe Simcha aus München am 2. Juli um 19.30 Uhr im Innenhof des Evangelischen Gemeindehauses. Die Musiker von Simcha stammen alle aus der ehemaligen UdSSR. Hier musste Klezmer, weil verboten, sich als populäre Jazzmusik tarnen.

Zum Abschluss der Ausstellung gibt es Klezmerjazz - ein Konzert der Gruppe Simcha aus München am 2. Juli um 19.30 Uhr im Innenhof des Evangelischen Gemeindehauses. Die Musiker von Simcha stammen alle aus der ehemaligen UdSSR. Hier musste Klezmer, weil verboten, sich als populäre Jazzmusik tarnen.

ha

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