Gedenkveranstaltung mit Charlotte Knobloch

Mühldorf - Am Sonntag nimmt die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern an einer Veranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus teil.

Am Sonntag, 27. Januar, nimmt Dr. h.c. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, anlässlich des nationalen Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus an einer Gedenkveranstaltung des Landkreises auf dem KZ-Friedhof in der Ahamer Straße teil.

„Wir sind sehr froh, Dr. Charlotte Knobloch bei uns im Landkreis im Zuge dieser wichtigen Veranstaltung begrüßen zu dürfen“, so Landrat Georg Huber. „Wie schon der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog gesagt hat, darf die Erinnerung nicht enden und muss auch für künftige Generationen präsent bleiben“, Landrat Georg Huber weiter. Am 27. Januar bietet sich neben der Gedenkveranstaltung auf dem KZ-Friedhof für Interessierte zudem die Möglichkeit, von 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr die Ergebnisse und den Werdegang der Diplomarbeit zur Errichtung einer Gedenkstätte und eines Dokumentationszentrums im Mühldorfer Hart durch Martin Häckl zu erfahren. Der Verein „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart e.V.“ führt unter anderem durch die Ausstellung von Bildern und Zeichnungen des ehemaligen Häftlings Giovanni Talleri zum Alltag auf der Bunkerbaustelle.

Landrat Huber: Würdige Gedenkstätte einrichten

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Die kontinuierliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist im Landkreis ständige und gelebte Praxis: „Der Landkreis Mühldorf am Inn will gemeinsam mit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und vielen Aktiven vor Ort auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Lagers im Mühldorfer Hart eine würdige Gedenkstätte einrichten“, erläutert Landrat Georg Huber.

Parallel dazu ist die Einrichtung einer Ausstellung geplant. Der Förderverein des Kreismuseums leitet seit 2010 die Vorbereitungen der Antragsstellung Bundesantrag für eine Gedenkstätte im Mühldorfer Hart und die dazu gehörige Arbeitsgruppe. Das Kreismuseum ist hierbei ein wertvoller Ort für die Aufarbeitung der Geschichte: „Hier veranstalten wir das ganze Jahr lang Ausstellungen und zwar für jeden nachvollziehbar gestaltet“, sagt Landrat Georg Huber. Darüber hinaus bietet der Verein „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart e.V.“ unter anderem Führungen im Mühldorfer Hart an, hält den Kontakt zu ehemaligen Häftlingen und setzt sich für die Aufarbeitung der NS-Geschichte ein. Des Weiteren gibt es im Landkreis Mühldorf das Aktionsbündnis „Mühldorf ist bunt“, das Stadtarchiv Mühldorf sammelt und archiviert Fotos zur NS-Zeit sowie Publikationen zum Thema.

Außenlager des KZ-Dachau

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist ein seit 1996 bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Im Landkreis Mühldorf am Inn wird insbesondere der Menschen gedacht, die im Außenlager des KZ-Dachau, im Mühldorfer Hart auf der Großbaustelle einer geplanten Rüstungsfabrik, durch Arbeit und unmenschliche Bedingungen zu Tode kamen. Nach Kriegsende wurden die Leichen aus dem Massengrab exhumiert und unter von der Militärregierung angeordneter Beteiligung der Bevölkerung auf dem KZ-Friedhof in der Ahamer Straße am 23. Juni 1946 sowie auf weiteren Ruhestätten im Landkreis beerdigt.

Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf

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