Ein ganzes Haus für die Jugend

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Mühldorf - Mühldorf hat ein neues Jugendzentrum: Das "M24" in der Mühlenstraße löst die "Baracke" in der Adolph-Kolping-Straße ab, die bereits im vergangenen Jahr abgerissen wurde.

Am meisten Applaus bei der offiziellen Eröffnung bekamen die Jugendlichen. Wochenlang hatten sie zusammen mit Jugendpfleger Erwin Moritz auf diesen Tag hingearbeitet, Tapeten heruntergerissen, eine Theke gebaut, Wände bemalt und Material gekauft.

Das Geld dafür kam zum einen von der Stadt Mühldorf, die in die Maßnahme neben den Kosten für den Erwerb des ehemaligen Postgebäudes rund 84000 Euro investierte, zum anderen vom Förderverein Baracke, der ebenfalls rund 4000 Euro beisteuerte. "Wir sind stolz auf das, was wir geschafft haben", sagten die Jugendlichen Mergim Ameti und Christopher Schmid.

"Das dürft ihr auch sein", antwortete Bürgermeister Günther Knoblauch, der zuvor noch einmal an den einstimmigen Beschluss im Stadtrat für das Projekt erinnert hatte. "Entscheidend ist, dass wir die jungen Leute ernst nehmen", betonte Knoblauch. "Sonst können wir auch nicht erwarten, dass sie uns ernst nehmen." Zugleich nahm das Stadtoberhaupt die Eltern in die Pflicht: "Jugendarbeit ist keine Jugendsozialhilfe".

Die Pfarrer Andreas Beneker und Alois Hopf segneten die neuen Räume, verbunden mit der Hoffnung, dass "hier Menschen heranwachsen, die in guten wie in schlechten Tagen füreinander einstehen".

Jugendreferent Gottfried Kirmeier blickte auf zwölf Jahre Jugendtreff zurück: "So groß der Schrecken über den Abriss der Baracke war, so froh bin ich im Nachhinein darüber, dass wir hier ein echtes Haus zur Verfügung haben."

Die Vorsitzende des Fördervereins, Tina Woelfl, verband die Eröffnung des "M24" mit der Hoffnung auf mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Gleichzeitig lobte sie die neuen Räumlichkeiten, die ein vielfältigeres Angebot als früher ermöglichen: Auf die Jugendlichen warten neben einer kleinen Bar und einer Tanzfläche auch ein Fitness-, Computer- und Billardraum. Ein Mädchenzimmer sowie Fotolabor und Radlwerktstatt runden das Angebot ab.

Kreisjugendpfleger Sigi Podowski beschrieb das neue Jugendzentrum als einen offenen Raum, in dem nicht nur Begegnungen über Schularten hinweg, sondern auch außerschulisches Lernen jenseits des Leistungsdrucks möglich sei.

Was die Kinder und Jugendlichen unter der Regie von Volker Ludwig im Zirkussgruppenprojekt bereits gelernt haben, führten sie den Vertretern der Kommunalpolitik, des Jugendtamtes, der Schulen, der Polizei und des Kreisjugendrings anschließend auf der Probenbühne des Kulturschupp'n vor, der im Nachbargebäude eine neue Heimat gefunden hat.

Dann übernahmen endgültig die Jugendlichen die Regie im "M24", der Tag der offenen Tür schloss mit einer Hip-Hop-Party. Die Ehrengäste waren da aber längst nicht mehr im neuen Haus der Jugend in der Mühlenstraße.

ha

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