Funkmast: Bürger für anderen Standort

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Setzen sich ein, dass der Funkmast - trotz verstrichener Fristen - noch einen neuen Standort findet: die Mitglieder der Interessengemeinschaft. 30 Meter hoch soll das Bauwerk an dieser Stelle (Flurnummer 46) werden. Zum Vergleich: Die Bäume im Hintergrund sind knapp 15 Meter hoch.

Rattenkirchen - Der Widerstand wächst: Die Interessengemeinschaft gegen die Errichtung eines Funkmastens, hat ihr Anliegen an den Landtag weitergeleitet.

Die Petition, so hoffen die Mitglieder, soll dafür sorgen, dass sich doch noch ein anderer Standort für das geplante Bauwerk findet.

"Die Fronten sind verhärtet", sagt Herbert Mittermaier. Er ist Mitglied der Interessengemeinschaft gegen den geplanten Standort eines Mobilfunkmastens in Rattenkirchen (wir berichteten). Der Grund: Der 30 Meter hohe Mast steht in direkter Nähe zum Wohngebiet. Negative gesundheitliche Auswirkungen sind nicht das Einzige, was die IG-Mitglieder befürchten. Auch ihre Grundstücke werden im Wert verfallen, sollte das Bauwerk kommen.

Der Bauantrag passierte den Gemeinderat jüngst komplikationslos. "Uns wurde kein Rederecht eingeräumt", sagt Birgit Kaiser-Mittermaier. Auch sei Bürgermeister Rupert Aigner nicht mehr auf die gemachten Versprechungen eingegangen. Er habe der IG zugesagt, noch einmal mit der Telekom, die den Mast betreiben möchte, Kontakt aufzunehmen, um einen neuen Standort zu suchen. Denn: "Es geht uns nicht darum, gegen den Funk zu wettern", machen die IG-Mitglieder klar. Aber der Standort sei verkehrt. Außerdem habe man Aufklärung vermisst. Handeln konnte die IG erst, als alle Anträge ausgefüllt und alle Fristen zum Widerspruch verstrichen waren.

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Deshalb ging nun eine Petition an den Landtag heraus. Darin schildert die IG die Lage: "Der Bürgermeister unseres Ortes Rattenkirchen, Rupert Aigner, wurde im Jahr 2011 von der Deutschen Funkturm GmbH zur Errichtung eines Mobilfunkmasten im Gemeindegebiet Rattenkirchen gefragt, welcher zur Versorgung der noch zu bauenden A94 dienen soll. Leider ließ er - ohne Rücksprache mit seinen Gemeinderäten, Anwohnern oder Experten zu nehmen - sämtliche, im Umweltpakt II für die Gemeinde zu nutzenden Fristen bezüglich Alternativstandorte oder Information der Gemeindebürger, verstreichen. Bis November 2012 erfolgte zu diesem Thema keinerlei Information an die Gemeinde, sodass der Bauträger mit dem privaten Verpächter des Grundstückes zum Vertragsabschluss kam. Die Anlieger an das zu bebauende Grundstück erfuhren über den Bauantrag von diesem Vorhaben."

Die IG macht klar, dass es Alternativstandorte gibt, "die den Zweck des Mobilfunkmasten, nämlich die Funkversorgung der zukünftigen Autobahntrasse, erfüllen würden." Mit an den Landtag gingen auch Unterschriften, die die IG sammelte. Zwei Tage lief die Aktion, 18 Prozent der Rattenkirchener (117) unterzeichneten.

Die Antwort aus dem Landtag ließ nicht lange auf sich warten: "Die Petition ist angekommen. Es wird aber dauern, bis unser Anliegen bearbeitet ist", sagt Herbert Mittermaier. Keine Reaktion indes gab es von der Kommunalaufsicht im Landratsamt, wo sich die IG ebenfalls beschwerte. Allein: Aufklärung versprach die Deutsche Funkturm AG. Die ließ Infomaterial verschicken. Mittermaier: "Das Unternehmen räumt selbst ein, dass bei diesem Themenfeld immer der Schwachpunkt ist, dass der Bürger zu wenig einbezogen wird."

bst/Mühldorfer Anzeiger

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