Schon im Kindergarten Deutsch lernen

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Genauer Zuhörer: Staatssekreätär Huber (Zweiter von links, zusammen mit den Schulleitern Markus Heindlmaier und Christian Funiok) versprach die Anliegen der ISIS-Frauen im zuständigen Sozialministerium vorzutragen.

Mühldorf - Hausaufgabenbetreung soll länger finanziell unterstützt und Deutschlernen früher gefördert werden: Mit dieser Forderung haben sich die Initiatorinnen von ISIS jetzt an Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber gewandt.

Huber informierte sich an der Grundschule Mößling über die Arbeit der Gruppe.

Seit knapp einem Jahr hilft ISIS - Initiative für Soziales, Integration und Schülerhilfe - vor allem Migrantenkindern, damit sie die deutsche Sprache lernen und Hausaufgaben- und Lernpensum besser bewältigen. Die Frauen betreuen mehrere Gruppen ehrenamtlich und erhalten Zuschüsse vom Sozialministerium.

Mößlinger Blasmusik: Die schuleigene Kapelle begrüßte die Gäste mit der Ode an die Freude.

Diese Förderung hat nach Erfahrung der Frauen Defizite, wie sie vor Staatssekretär Huber freundlich aber deutlich klar machten. Demnach ist sowohl die die Förderzeit zu kurz und sollte genau wie die Zahl der geförderten Wochenstunden angehoben werden: Von zwei auf vier Jahre und von vier auf sechs Stunden. Die Gruppenzahl sei außerdem mit sieben bis zehn Kindern zu groß bemessen, in Einzelfällen sollte sogar die Betreuung von nur zwei bis vier Kinder möglich sein.

Ein besonders Anliegen ist den ISIS-Frauen der frühere Beginn der Sprachförderung, sie selbst wollen ab Herbst mit einer neuen Initiative im Kindergarten beginnen. "Wenn wir wie bisher erst in der Grundschule beginnen, ist es zu spät", wählte ISIS-Initiatorin Stephanie Rothkäppl klare Worte.

Brigitte Steininger bringt den Kindern Essen mit oder geht zum Fußbal spielen, damit sie sich austoben.

Mit dieser Forderung traf sie bei Kultusstaatssekretär Huber auf offene Ohren. "Es geht in erster Linie darum, den Spracherwerb zu fördern, bevor die Kinder in die Grundschule kommen." Huber gab zu, die Aufgabe sei "erkannt, aber nicht in Gänze umgesetzt". Zugleich forderte er Migrantenfamilien auf, in der Familie die deutsche Sprache zu pflegen. "Ein Kind kann nicht im Kindergarten Deutsch lernen, wenn zu Hause kein Deutsch geprochen wird."

Initiatorin Stephanie Rothkäppl erhofft eine bessere Förderung der Kinder durch das Sozialministerium.

Ganztagesangebote in der Schule förderten zwar den Spracherwerb, könnten das Lernen im Elternhaus aber nicht ersetzen. ISIS, inzwischen unter dem Dach der Arbeiter Wohlfahrt (AWO), sucht deshalb den Weg in die Migrantenfamilien und unterstützt sie bei Arzt- oder Behördenbesuchen, um ihnen die Integration und damit den Gebrauch der deutschen Sprache zu erleichtern.

Vor Vertretern der Schulen und der Politik versprach Huber, die Anliegen von ISIS ans zuständige Sozialministerium weiter zu tragen. "In Kindern mit Migrationshintergrund liegt ein großes Potenzial", sagte Huber. Der Schlüssel zum Schul- und damit späteren Berufserfolg, liege in der gezielten Förderung der Sprache.

Mühldorfer Anzeiger/hon

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