Freiwillige Hilfe selbst bezahlen

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Zuversichtlich in einen neuen Lebensabschnitt: Nach dem Abitur am Ruperti-Gymnasium will Antonia Rothkäppel Kinder in Mexiko unterrichten. Einen Teil ihres „Freiwilligen Sozialen Jahrs“ muss die Mühldorferin selbst finanzieren. Deshalb sucht sie dringend Spender.

Mühldorf - Erst einmal etwas für andere tun: Das motiviert die Mühldorfer Abiturientin Antonia Rothkäppel für ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ nach Mexiko zu gehen.

Noch büffelt die 19-Jährige für das Abitur, doch ihr Blick geht schon nach vorn. Genauer gesagt in Richtung Mexiko, in ein kleines Dorf im Bundesstaat Michoacan, eine Schule, zu Kindern, die Unterricht in Englisch und Französisch und dem Umgang mit dem Computer erhalten sollen. Wohin die Reise genau geht, die im September in Mühldorf beginnt, steht noch nicht fest, erzählt Antonia Rothkäppel. Ihren genauen Einsatzort erfährt sie erst kurz vor der Abfahrt.

Trotzdem freut sie sich auf die Arbeit in Lateinamerika, auf das Leben in einer Gastfamilie und mit anderen Freiwilligen. Sie habe schon immer gewusst, dass sie nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten werde. "Nach 13 Jahren Schule möchte ich etwas machen, bei dem ich anderen helfen kann. Ich möchte für andere arbeiten, nicht nur für mich." Diese Einstellung soll Mädchen und Buben zugute kommen, die in einer Dorfschule in Mexiko lernen. Unterrichtet von Jugendlichen aus so fernen Ländern wie Deutschland. Die Entscheidung zum Sozialen Jahr gründe in ihren bisherigen Erfahrungen, erzählt Antonia Rothkäppel, die nach dem FSJ Medizin studieren will. Sie ist mit vier Geschwistern groß geworden und hat als Babysitter und Nachhilfelehrerin gearbeitet aus Freude an der Beschäftigung mit Jüngeren. "Nein", lacht sie, "ich habe die Nase nicht voll von Kindern."

Nur eine Hürde steht noch vor ihrem Engagement: das Geld. Denn der "Internationale Bund", der sie nach einem dreitägigen Seminar ausgewählt hat, und das "Weltwärtsprogramm" des Entwicklungshilfeministeriums erwarten, dass die Freiwilligen einen Teil der Kosten ihres Aufenthalts selbst aufbringen. 150 Euro monatlich will die Mühldorferin zusammenbekommen, die dabei ist, einen Förderkreis aufzubauen. Natürlich zunächst bei Eltern, Verwandten, Freunden und Bekannten, aber das genügt nicht. Deshalb sucht sie nach weiteren Spendern, die sich mit der Arbeit für Kinder in Mexiko identifizieren können und bereit sind, dafür Geld zu geben, das unmittelbar als Bildungshilfe ankommt. Natürlich, betont sie, sei die Spende von der Steuer absetzbar.

So bewegt sich die Mühldorferin derzeit in verschiedenen Welten: Die Vorbereitungen auf die mündliche Abiturprüfung beanspruchen ihre Zeit genauso wie das Spendensammeln. Außerdem muss sie noch Spanisch lernen, denn das kann sie noch nicht. Aber, ist Antonia überzeugt, bis September klappt das schon, genauso wie die Suche nach Spendern. Informationen gibt Antonia Rothkäppel unter Telefon 08631/12724 oder unter antonia.rothkäppel@web.de.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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