Stören Flohmärkte die Sonntagsruhe?

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Landkreis - In Mühldorf sollen Sonntagsflohmärkte ab 2012 erst ab elf Uhr beginnen. Grund ist die gesetzlich vorgeschriebene Sonntagsruhe. Für die Veranstalter ist das aber nicht nachvollziehbar.

Zum 1. Juli 2010 wurde die Zuständigkeit für Trödel- und Flohmärkte von den Landratsämtern auf die Städte und Gemeinden übertragen. Darauf hat die Stadt verfügt, dass Sonntags-Flohmärkte künftig nicht mehr um acht Uhr, sondern erst um elf Uhr beginnen dürfen. „Das Gesetz verlangt es so“, sagt Bürgermeister Günther Knoblauch. Trödelmärkte hätten an Sonn- und Feiertagen auf die Zeit der Hauptgottesdienste, die von sieben bis um elf Uhr festgesetzt ist, Rücksicht zu nehmen. „Das war noch nie anders.“

Warum durften die Sonntags-Flohmärkte dann aber bisher schon um acht Uhr beginnen? „Wir weisen darauf hin, dass, solange das Landratsamt zuständig war, keine Flohmärkte festgesetzt wurden. Es handelte sich bei den Festsetzungen um Jahrmärkte“, so die Erklärung des Mühldorfer Landratsamtes. „Von den Landratsämtern wurde es einfach geduldet“, meint dagegen Georg Preitenwieser, ein Mühldorfer Flohmarkt-Organisator. Die Stadt poche aber auf die Einhaltung des Gesetzes. „Weil die Planungen für 2011 aber schon abgeschlossen sind, haben wir dieses Jahr noch eine Schonfrist. Ab 2012 dürfen wir dann erst ab elf Uhr beginnen.“ Vor allem für die Sommermonaten sehen Veranstalter den späteren Beginn als Nachteil. Mit Unterschriftenaktionen wollen sie jetzt dafür kämpfen, dass es bei acht Uhr bleibt.

In Altötting steht bisher eine Änderung der Zeiten nicht zur Debatte. „Es gibt keine Veranlassung dafür“, erklärt Rainer Steinbrecher vom Altöttinger Standesamt. Nur einen Sonntagsflohmarkt im Monat gebe es in der Wallfahrtsstadt, bis zu drei seien es manchmal an nur einem Sonntag in Mühldorf. „Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die Märkte später beginnen sollen.“

Das Landratsamt sieht die Stadt Mühldorf im Recht, zumal es in der Vergangenheit wiederholt Beschwerden gegeben habe. „Die Behörden waren daher gehalten, ihre Festsetzungspraxis zu überprüfen und gegebenfalls strengere Maßstäbe anzulegen“, heißt es in einer Stellungnahme des Landratsamts.

Das sehen die Mühldorfer Veranstalter anders. „Die Flohmärkte finden beim Globus, King Dom Parc, Röther-Modepark oder Obi statt. Anwohner sind also nicht betroffen, es wird niemand gestört oder belästigt.“ Sollten sich die Nachbarlandkreise im kommenden Jahr nicht wie die Mühdorfer an das Sonn- und Feiertagsgesetz halten müssen, wäre das ein erheblicher Nachteil für die Veranstalter in der Kreisstadt. „Die anderen Landkreise müssen mitziehen, anders geht es nicht“, beschweren sich die Mühldorfer Organisatoren. Gegen die neue Regelung hätten sie Einspruch eingelegt, jetzt müssten sie erst einmal abwarten.

Anette Mrugala

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