Alle Big Macs müssen weg

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Das McDonald´s Restaurant an der Nordtangente aktuell.

Mühldorf - In Mühldorf soll demnächst ein Flashmob stattfinden. Ort des Geschehens: das neue McDonald´s Restaurant an der Nordtangente.

Menschen kommen spontan zusammen und machen alle das Gleiche: Sie verharren auf ein Signal hin mitten in der Fußgängerzone einige Minuten, tanzen zu Musik von Michael Jackson vor dem Bahnhof oder liefern sich eine große Kissenschlacht auf einem Marktplatz. Das heißt dann „Flashmob“ – so viel wie „Blitz“ und „Menschenmenge“ – und ist in Zeiten von Facebook und anderen sozialen Netzwerken im Internet zu einem beliebten Zeitvertreib meist junger Leute geworden.

Baustelle McDonald´s Nordtangente

Auch in Mühldorf soll demnächst ein Flashmob stattfinden, und zwar im neuen McDonald´s an der Nordtangente. Ende Mai soll das Burger-Restaurant dort öffnen, schon Wochen vorher ruft ein gewisser Joe Smith via Facebook zum Flashmob auf. „Damit das neue Team weiß, was in Zukunft auf sie zukommt, sollten wir ihnen ein kleines Willkommensgeschenk bereiten“, steht im Aufruf der Facebook-Gruppe, die mittlerweile über 1000 Zusagen hat.

„Mit so viel Zuspruch habe ich gar nicht gerechnet“, meint Andreas Baumgartner. Der 20-jährige Mühldorfer ist der Initiator des Flashmobs und hat die Online-Gruppe gegründet. Als Vorbild diente ihm der Flashmob bei der neu eröffneten McDonald´s Filiale am Münchner Stachus 2007. „Ich bin begeistert von diesen Aktionen“, sagt Baumgartner. „Ziel ist, viele Leute zusammenzubringen und Spaß zu haben.“ Wie der Flashmob in Mühldorf genau ablaufen soll, will der Student erst in den nächsten Tagen bekannt geben. „Es muss noch geklärt werden, ob wir das Restaurant komplett leer essen oder uns auf ein Produkt beschränken“, lacht er. 

Bei allem Spaß hat sich Baumgartner rechtlich abgesichert, um kein Risiko einzugehen. Entscheidend ist die Frage, ob der Flashmob bei den Behörden angemeldet werden muss. „Es kommt darauf an, ob mit dem Flashmob eine Meinungsäußerung einhergeht oder ob es sich lediglich um eine heutzutage moderne Spontanaktion ohne tierere Hintergründe handelt“, sagt Landratsamtssprecherin Julia Hausmann. Meinungsäußerungen unterliegen nach ihren Angaben dem Versammlungsgesetz und sind anmeldepflichtig.

Das dürfte für den geplanten Mühldorfer Flashmob wohl kaum gelten, geht es doch einzig und allein darum, McDonald´s leer zu essen. „Wie eine solche Aktion dann letztlich behandelt wird, entscheidet nicht das Landratsamt sondern die Polizei jeweils nach Situation vor Ort“, erklärt Hausmann.

Bei McDonald´s sieht man die spontanen Zusammenkünfte positiv. „Wir sehen solche Aktionen gelassen und mit Humor – solange sich alle Teilnehmer korrekt verhalten“, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens. Flashmobs würden aber in der Regel immer positiv ablaufen.

Die Mühldorfer Polizei wird sich die Veranstaltung anschauen, sobald sie davon erfährt, sagt Polizeisprecher Roland Kauer. Probleme könne es bei Verkehrsbehinderungen oder Vermüllung geben. „Dann verfolgen wir das unter Umständen als Ordnungswidrigkeit.“ Erfahrungen mit Flashmobs hat die Mühldorfer Polizei nicht, sagt Kauer. „Das haben wir Gott sei Dank noch nie gehabt.“ Ganz richtig ist das nicht. Auf dem Internetvideokanal Youtube sind zwei sogenannte „Flashmob freeze“ dokumentiert, die im März und April 2009 im Media Markt und im Globus stattfanden. Dabei verharrten auf ein Signal hin vorwiegend junge Leute für gut zwei Minuten in genau der Haltung, die sie einnahmen, als das Signal ertönte. Danach gingen sie einfach weiter. amu/hon

Sehen Sie hier den Flashmob im Mühldorfer Media Markt

Und hier den Flashmob im Globus:

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