Firstbaum musste am Boden bleiben

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Löschmeister Konrad Gassenhuber mit seinem Eicher-Bulldog und Zweiter Kommandant Thomas Hell (vorne Mitte) kommen mit dem Firstbaum an der Baustelle an.

Ampfing - Es war so schön geplant: Der Firstbaum für den Bau der Kinderkrippe war der Gemeinde gestohlen worden - von der eigenen Feuerwehrjugend - und sollte nach der Rückgabe auf den Dachstuhl gehoben werden.

Aber ein heftiges Unwetter, das von Westen her aufzog, verhinderte dies. Der Firstbaum musste am Boden bleiben. Die Hebefeier und das Firstbier fanden dennoch statt.

Pünktlich um 19 Uhr kam ein alter Eicher-Bulldog, gefahren vom Löschmeister der Feuerwehr, Konrad Gassenhuber, vorne drauf Zweiter Kommandant Thomas Hell mit einem Anhänger und darauf vier junge Musikanten, allesamt Feuerwehrler, unter ihnen viele aus der Jugend - und der Firstbaum. Dieser war auf der Baustelle so einfach rumgelegen, ob aus Zufall oder Absicht, das wurde nicht verraten. Die Gelegenheit ließ sich die Feuerwehrjugend nicht entgehen und brachte den Firstbaum an sich.

Bei der vereinbarten Übergabe stockte das Gefährt 20 Meter vor dem Ziel, genau auf der Brücke über die Howaschen. Das "Benzin" war ausgegangen. Darauf war Bürgermeister Ottmar Wimmer schon vorbereitet. Als eifriger Bauherr der Gemeinde kennt er derlei Gepflogenheiten - er hatte ein Tablett mit Stamperl voll "Brennstoff" bereitgehalten, natürlich nicht für den Fahrer und die Jugendlichen. "Ein Firstbier muss sein in Bayern, das gehört zu einem ordentlichen Bau", erklärte er den üblichen Ablauf einer Hebefeier.

Kran und Kranführer waren schon bereit, den Firstbaum auf den Dachstuhl zu heben, doch da setzte schon leichter Regen ein. Gerade noch konnten die Floriansjünger den Baum schultern und durch das Küchenfenster in den Rohbau hieven.

Drinnen warteten schon die Ehrengäste von Gemeinderat, den Planungs- und Ingenieurbüros Preitenwieser, Rinner, Hajek und Kain-Ehmeier sowie den Mitarbeitern der am Bau beteiligen Firmen Laumer Bau GmbH, Anton Lehner Bau GmbH und Zimmerei Reinhard Eberl.

Zunächst spielten noch die Musikanten auf. Die Übergabe-Verhandlungen zwischen der Gemeinde mit Bürgermeister Wimmer und der Feuerwehr mit Thomas Hell und Florian Denk verliefen noch bei erträglichen Bedingungen. Dann aber setzte das Unwetter vehement ein mit Blitz, Donner und auch Starkregen. Die Anwesenden suchten Schutz unter den schon eingezogenen Betondecken. Im Eingangsbereich und durch Schächte drangen Wassermassen in den Rohbau ein, und prasselnder Regen beeinträchtigte die Ansprachen (Wir berichteten).

Mehr oder weniger nass geworden auf den Spurts zu den Autos fanden sich dann alle zum Firstbier im Gasthaus Hinterecker ein, das sie dann am Ende trockenen Fußes verlassen konnten.

gth/Mühldorfer Anzeiger

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