Feuerwehr: Gemeinsam bestellen und sparen

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Ein alter Hase: Heinrich Tratzl (zweiter von rechts) steht seit 25 Jahren im aktiven Dienst der Feuerwehr, die Glückwünsche kamen von Landrat Georg Huber, dem wiedergewählten Kommandanten Günther Starzengruber sowie Bürgermeister Günther Knoblauch (von links).

Mühldorf - Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Mühldorf wurde Günther Starzengruber im Amt bestätigt. Außerdem will man in Sachen Materialbeschaffung neue Wege gehen.

Günther Starzengruber bleibt für weitere sechs Jahre Kommandant der Feuerwehr Mühldorf. Auf der Jahreshauptversammlung im Haberkasten wurde er mit 42 von 45 Stimmen im Amt bestätigt. In Zukunft will die Wehr vor allem in Sachen Materialbeschaffung neue Wege gehen um Kosten zu sparen.

Das Wetter hat Schuld. Weil die Sonnwendfeier der Feuerwehr Altmühldorf im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser fiel, fällt die finanzielle Bilanz negativ aus. Über dem Strich stehen sich Ausgaben in Höhe von 17900 Euro und Einnahmen in Höhe von 14700 Euro gegenüber, so dass unter dem Strich ein Minus von rund 3200 Euro bleibt. Sorgenfalten trieb diese Nachricht Kassier Josef Penzenstadler auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend aber nicht auf die Stirn. Der Fehlbetrag wird den Rücklagen entnommen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Wehr ein Plus von knapp 5000 Euro erwirtschaftet.

Es war der einzige Wehrmutstropfen einer ansonsten sehr harmonischen Jahreshauptversammlung. Ehe Kommandant Günther Starzengruber mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wurde, ging er in seinem Bericht auf die Übungen, Fortbildungen und Einsätze ein. 145-mal wurde die Feuerwehr Mühldorf im vergangenen Jahr zu Hilfe gerufen, darunter 31 Brandeinsätze, 77 technische Hilfeleistungen, zehn Wasserrettungen - und zwölf Fehlalarme.

Starzengruber lobte ausdrücklich die Arbeit der neuen integrierten Leitstelle, die am 17. Juni ihren Dienst aufnahm: "Das klappt hervorragend." Stolz präsentierte er die jüngste Anschaffung der Feuerwehr, einen mobilen Tablett-PC für das Kommandofahrzeug. Unter anderem können die Einsatzkräfte nun per Knopfdruck jeden Hydranten in der Stadt aufrufen und unterwegs bereits elektronisch die benötigten Schlauchlängen ausmessen. Möglich machte die 5000 Euro teuere Anschaffung der Feuerwehrverein.

Dessen Vorsitzender Josef Birnkammer blickte ebenfalls auf ein ereignisreiches Jahr zurück - voller Veranstaltungen und Feierlichkeiten. Er hob besonders das freundschaftliche Verhältnis zu den Feuerwehren in der Nachbarschaft hervor, das künftig auch finanziell Früchte tragen soll. "Sammelbestellungen" heißt das Zauberwort, das laut Starzengruber Einsparpotenzial zwischen fünf und zehn Prozent birgt.

Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch begrüßte den Vorstoß - vor allem angesichts der "Arroganz, mit der so mancher Hersteller auf diesem Markt auftritt". Darüber hinaus machte er deutlich, dass die Stadt das Engagement der Feuerwehrler mehr als zu schätzen weiß: "In den nächsten drei Jahren werden wir rund eine Million Euro in unsere Feuerwehren investieren."

Landrat Georg Huber sieht ohnehin keine Alternative zu einer verstärkten Zusammenarbeit der Wehren untereinander: "Das ergibt sich schon aus dem demografischen Faktor heraus, der vor allem die Feuerwehren auf dem Land in den nächsten Jahren mehr und mehr treffen wird." Sorgen um den Nachwuchs muss sich die Mühldorfer Wehr derzeit keine machen: Laut Jugendwart Alexander Zellhuber gehören 20 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren der Feuerwehr an. Auch in Sachen Ausbildung seien die Aktiven auf dem neuesten Stand, wie unter anderem aus dem Atemschutzbericht von Sebastian Quaiser hervorging.

Als nächste große Anschaffung steht der Kauf eines neuen Einsatzleitwagens (ELW 2) an, über den Kreisbrandmeister Richart Pointl referierte. Er habe sich zusammen mit Gerhard Deißenböck, im Landratsamt zuständig für Katastrophenschutz und Feuerwehrwesen, mehrere entsprechende Fahrzeuge in der Umgebung angesehen. "Das neue Fahrzeug der SAN-Einsatzleitung in Mühldorf entspricht am ehesten unseren Vorstellungen." Zwischen 120000 und 140000 Euro wird das neue ELW 2 wohl kosten, laut Deißenböck kann mit einem Zuschuss in Höhe von 56000 Euro gerechnet werden. "Wenn alles glatt geht, geben wir das Fahrzeug noch heuer in Auftrag", sagte Pointl.

Ehrungen

Aktiver Dienst: zehn Jahre Bernhard und Robert Niederschweiberer; 20 Jahre Stephan Zuck; 25 Jahre Heinrich Tratzl; 30 Jahre Andreas Strasser.

Feuerwehrdienst: 50 Jahre Willi Hartinger.

Ehrenmitgliedschaft: Adolf Lechertshuber und Hans Schneider.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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