Stadt rettet zahlungsunfähigen FC Mühldorf

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375 Kinder lernen beim FC Fußball spielen, darunter viele Mädchen.

Mühldorf - Der FC Mühldorf ist zahlungsunfähig und erhält 16.000 Euro Soforthilfe der Stadt als Vorschuss auf zu erwartende Zuschüsse.

Das erklärte Beiratsmitglied Hans Liebl vor dem Finanzausschuss des Stadtrats. Um den Verein über die kommenden Wochen und in die Saisonvorbereitung zu bringen, stellt die Stadt dem Verein das Geld zur Verfügung. Grundsätzlich verlangten die Mitglieder aber ein Konzept, das die finanziellen Schwierigkeiten des Vereins beendet.

Als größtes Problem machte FC-Vorsitzender und SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Groß die Betriebskosten für die beiden Vereinsheime in Mößling und der Rennbahn aus. Die gehören der Stadt, der FC zahlt für knapp 60.000 Euro Betriebskosten; insgesamt hat der Verein nach laut Groß Ausgaben von 140.000 Euro. Dem stehen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von 22.000 Euro gegenüber, dazu kommen Sponsoren- und Werbeeinnahmen, Geld aus Eintrittsgeldern und Tombolas, so dass dem Verein 90.000 Euro Einnahmen zur Verfügung stehen. "Ohne Unterstützung werden wir den Spielbetrieb nicht in der jetzigen Form aufrecht erhalten können", erklärte Groß vor dem Finanzausschuss. "Um eine Zukunft zu haben, brauchen wir die Hilfe der Stadt."

Überregionale Anerkennung hoch

Der FC hat mehrere Probleme, die sich zu der jetzigen Notlage summiert haben. Da ist zum einen der teure Spiel- und Trainingsbetrieb auf mehreren Plätzen, die der FC braucht, um 375 Kindern und Jugendlichen in 28 Mannschaften, dazu Frauen und Männer in fünf Teams, eine sportliche Heimat zu geben. Die Unterstützung durch Sponsoren und Werbeeinnahmen deckt diese Kosten bei weitem nicht, der neue Verein hat nur wenige erwachsene oder passive und damit zahlungskräftige Mitglieder, die Beiträge zahlen.

Auf der anderen Seite ist die auch überregionale Anerkennung für den Verein hoch, wie Bürgermeister Günther Knoblauch betonte, der sich für die "Soforthilfe" aussprach. Zugleich drängte er vehement darauf, das der Verein ein Konzept erarbeiten muss, mit dem er seine Finanzen sanieren und künftig sicher stellen kann.

Diese Haltung teilten auch die übrigen Mitglieder des Finanzausschusses. Kurt Bimsberger (CSU) warnte aber vor einer Dauerförderung durch die Stadt. Groß forderte eine grundsätzliche Neustrukturierung der städtischen Sportförderung. Er sieht den FC gegenüber den anderen Vereinen, die Zuschüsse zur Nutzung ihrer Turnhallen erhalten, im Nachteil. hon

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