"Vater, Mutter, Kind" in zeitgenössischer Kunst

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Neuötting - Die Galerie im Museum zeigt ab 8. Mai eine Ausstellung mit Arbeiten zum Thema „Die Familie in der zeitgenössischen Kunst“.

Unter dem Titel „Vater, Mutter, Kind“ stellen Künstlerinnen und Künstler aus Österreich, Deutschland und Liechtenstein Arbeiten in den Medien Malerei, Scherenschnitt, Fotografie, Installation, Objekt und Video aus. Die Ausstellung wird am Freitag, 7. Mai, um 20 Uhr im Stadtmuseum eröffnet. 

Im engeren Sinne ist eine Familie „die Gemeinschaft der (verheirateten) Eltern und ihrer Kinder, also die Kleinfamilie, und im weiteren Sinne die „Gruppe aller miteinander verwandten Personen“, die Großfamilie oder Sippe. In der heutigen Zeit wird dieses traditionelle Modell vielfach durch andere Lebensformen wie Patchwork-Familien, Lebenspartnerschaften mit (adoptierten) Kindern und Alleinerziehung ersetzt. Die Familie, in welcher Form auch immer, ist der kleinste, aber einer der wichtigsten Vermittler sozialer und ethischer Werte. Sie bedeutet einerseits Sicherheit, Geborgenheit, Zusammengehörigkeit, Verlässlichkeit, Hilfe, Treue, Liebe, Respekt, Toleranz, aber auch Abhängigkeit, Gehorsam, Autorität, Maßregelung, Rollenfixierung, Kontrolle, Auflehnung, Konkurrenz.

 Gerade heute, wo soziale Not, hohe Scheidungsraten, häusliche Gewalt, erhöhte Generationenkonflikte und Kindesmissbrauch den ungetrübten Blick auf das Lebensmodell „Familie“ verwehren, kann auch der Blick zeitgenössischer Künstler nur ein ambivalenter sein. Sobald in den künstlerischen Arbeiten zwischenmenschliche und häusliche Harmonie zitiert werden, beinhaltet das einerseits den Verweis auf die ureigenste Sehnsucht und oft auch Erfüllung des Menschen nach diesem familiären Glück, andererseits aber auch kritische Aspekte. Themen wie Krankheit, Trauer, Not, Einsamkeit, Angst, Konflikt, Bürgerlichkeit bleiben dabei nicht ausgeschlossen.

Einige Künstler beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit dem Gruppenporträt und finden hier neue Zugangsweisen im Vergleich zum traditionellen Genre, wo die Familienmitglieder zum Zweck der positiven Erinnerung an ein gemeinsames Treffen – auch wenn dieses alles andere als harmonisch verlief – „wohl geordnet“ aufgestellt und zum Lächeln animiert werden. Es müssen aber nicht immer Gruppen- oder Einzelporträts sein, die etwas über die Familie aussagen. Familiäre Strukturen lassen sich auch ablesen an den Räumen, die man sich eingerichtet hat, an den Tischen, an denen gegessen wird, an den Dingen, mit denen man sich umgibt, an den Spielsachen der Kinder oder am Haustier, mit dem die Familie lebt. Einige der Künstler bringen ihre eigene Familie ins Spiel und sagen über ihre persönliche Familiengeschichte hinaus gleichzeitig Allgemeingültiges aus über die Institution „Familie“. Oder es wird in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der eigenen Familie eine künstlerische Arbeit realisiert.

An der Ausstellung beteiligen sich die Künstler Alfred Bachlehner (Österreich), Helena Becker (Liechtenstein), Eva Brunner-Szabo (Österreich), Kerstin und Helga Cmelka, Robert Svoboda (Österreich), Verena von Gagern (Deutschland), Robert F. Hammerstiel (Österreich), Moni K. Huber (Österreich), Paul Kranzler (Österreich), Katharina Mayer (Deutschland), Pilo Pichler (Österreich), Alexander von Reiswitz (Deutschlan), Michael Sardelic (Österreich), Martin und Zora Walch (Liechtenstein) und Ursula Zeidler (Deutschland). Gefördert wird die Ausstellung durch die HypoKulturStiftung München, den Bezirk Oberbayern sowie das Land Oberösterreich.

Die Ausstellung ist bis 20. Juni geöffnet. Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 – 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 – 17 Uhr. Montags und an Feiertagen ist geschlossen. Der Eintritt ist frei.

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