Erste Vorlesung im Herbst?

Mühldorf  - Die Bemühungen um eine Fachhochschul-Einrichtung in der Region sind weit fortgeschritten.

Wie Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber und Landrat Georg Huber gestern mitteilten, soll die Weiterbildung zum Bachelor im Bereich "Kunststofftechnik" wenn möglich im Herbst beginnen.

Das Ziel, eine Fachhochschuleinrichtung in der Region zu schaffen, ist zwar noch nicht erreicht, aber der Weg dorthin bereits weit fortgeschritten. Auf diese Formel brachte Staatssekretär Huber gestern die gemeinsamen Bemühungen mit Landrat Huber, die inzwischen sehr konkret geworden sind. Es geht nicht mehr, wie früher überlegt, um eine eigenständige Fachhochschule, sondern um eine Weiterbildungseinrichtung, die berufsbegleitend ein "Bachelor-Studium" ermöglichen soll. Zielgruppe sind Unternehmensmitarbeiter im mittleren Bildungsbereich, Techniker und Meister, die sich wohnortnah weiterqualifizieren sollen. "Die gesamten Planungen orientieren sich stark an den Bedarfen der regionalen Wirtschaft und der sozialen Einrichtungen", teilt Landrat Huber per Pressemitteilung mit; für eine persönliche Stellungnahme war er gestern nicht erreichbar.

Zusammen mit Fachhochschulen in Rosenheim und Landshut seien Module für den Bereich Kunststofftechnik und zusätzlich ein mögliches Angebot im sozialen Bereich konzipiert worden, mit dem Studierende in der Region bis zur Hälfte der Punkte sammeln können, die für einen Bachelor-Abschluss notwendig sind. Damit trage man der Lebenssituation dieser Menschen Rechnung, sagte Staatssekretär und Landkreisabgeordneter Huber. Sie sollen sich vor Ort und am Wochenende so weit fortbilden können, dass sie die restlichen Punkte für ihren Abschluss an Fachhochschulorten sammeln können, ohne drei Jahre lang weit weg von ihren Familien und Arbeitgebern studieren zu müssen.

Die Bemühungen sind weit gediehen, "nun steht man kurz vor dem Durchbruch", heißt es in der Pressemitteilung von Landrat Huber. Staatssekretär Huber konkretisierte auf Anfrage die offenen Punkte: Zum einen müsse die konkrete Finanzierung geklärt werden, zum anderen seien hochschulrechtliche Fragen offen, bei denen es um Nebentätigkeiten von Fachhochschulprofessoren oder Studiengebühren geht. Denn eins ist laut Huber klar: Die Hochschuleinrichtung muss sich weitgehend selbst tragen. Die Klärung dieser Fragen hat bayernweite Dimensionen, schließlich kann sich Huber die Mühldorfer Fachhochschuleinrichtung als "pilothaftes Modell" für den ganzen Freistaat vorstellen. Träger soll nach derzeitigem Stand die Industrie- und Handelskammer sein, das Bildungszentrum Peters Räume und Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Trotz der noch offenen Fragen gehen Landrat und Staatssekretär vom Beginn des Weiterbildungsstudiums im Herbst aus. Das Konzept sei in der Staatskanzlei auf großes Interesse gestoßen, betonte Staatssekretär Huber, Abstimmungsgespräche mit dem zuständigen Wissenschaftsminister und dem Kabinett erfolgten in den nächsten Tagen. Mit der Konzentration auf die Weiterbildungshochschuleinrichtung ist das Thema einer eigenständigen Hochschule laut Marcel Huber derzeit vom Tisch. Er beziffert die Kosten für die Einrichtung einer eigenständigen Hochschule auf 100 bis 150 Millionen Euro, dazu käme die Schaffung von zehn bis 15 Professorenstellen. "Das Ding hat die Wirtschaft abgeschossen", betont er, seitens der Unternehmen sei das Interesse an einer finanziellen Beteiligung gleich null gewesen. Das Hochschulangebot entspricht laut Huber dagegen eher den Interessen der Betriebe in der Region.

Rubriklistenbild: © dpa

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