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Steigende Preise wegen Ukraine-Konflikt

Wie sich der Krieg auf Getreidemühlen in Mühldorf und Altötting auswirkt

Veronika Bruckmayer ist Geschäftsführerin der Bruckmayer Mühle in Altötting.
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Veronika Bruckmayer, Altötting.

Die Getreidemärkte befinden sich im Krisenmodus, denn die russische Invasion in der Ukraine hat die Preise für Weizen und Mais in die Höhe getrieben. Heimische Landwirte und Getreidemühlen sind ebenso von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges betroffen. Auch wenn ihre Getreidelieferungen nicht aus der Ukraine oder Russland stammen.

Mühldorf, Altötting – Die PrimaVera Naturkornmühle in Mühldorf stellt viele Produkte her, die es in der Müllerei gibt. Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und noch mehr werden in der Mühle geschrotet, gemahlen und zu Flocken, Kleie oder Gries verarbeitet. Aus der Ukraine oder aus Russland wird kein Getreide angeliefert, aber dennoch wird die Mühle auf kurz oder lang vom Ukraine-Krieg betroffen sein.

„In den vergangenen Tagen sind die Getreidepreise explosionsartig nach oben geschossen“, sagt Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes. Seiner Meinung nach, werden heimische Mühlen gezwungen sein die Preissteigerung weiterzureichen. Auch Josef Gaigl, Geschäftsführer der PrimaVera Mühle befürchtet dies. Er ist bereits 40 Jahre im Geschäft und trotz vieler Naturkatastrophen in den vergangen Jahren gab es bisher nie so große Schwierigkeiten.

Josef Gaigl vor der Prima Vera Mühle.

Die gestiegenen Düngerpreise machen sich für die Naturkornmühle zwar kaum bemerkbar, da sie zu 95 Prozent Bio-Produkte verarbeitet. Stickstoff-, Kali- oder Phosphordünger werden in der biologischen Landwirtschaft nicht verwendet, weshalb sie von der Preiserhöhung nicht betroffen ist. Einzig die gestiegenen Energie- und Dieselpreise dürften sich derzeit auswirken. „Bis zur nächsten Erntezeit wird PrimaVera ihre Produkte aber noch ohne große Preissteigerungen verkaufen können“, so Gaigl.

Die Bruckmayer Mühle in Altötting bezieht ihr Getreide ausschließlich aus Bayern, aber auch von konventionellen Erzeugern. Veronika Bruckmayer, die Geschäftsführerin verspürt die große Unsicherheit der Landwirte bereits. „Besonders in der Düngung haben sich die Kosten der Landwirte zum Teil verdreifacht“, sagt die Altöttinger Mühlenbetreiberin.

Mühlenladen der Bruckmayer Mühle.

Die Herstellung von Düngemitteln ist energie- und somit kostenintensiv, doch damit nicht genug: Russland einer der weltweit größten Lieferanten von Düngemitteln. Alternative Lieferanten werden die nun entstehenden Lücken kaum stopfen können. Die Baywa-Pressereferentin Antje Krieger kann ein wenig beruhigen: „Für die kommende Saison sind die Düngemittelvorräte gesichert. Es kann höchstens zu kurzzeitigen Lieferverzögerungen kommen.“

„Eine Versorgungsknappheit mit Weizen ist in Deutschland nicht zu befürchten“, meint Josef Gaigl. „Obwohl etwa 30 Prozent der weltweiten Weizen-Exporte aus Russland und der Uraine stammen, wird das Getreide hauptsächlich in nordafrikanische und arabische Staaten verschifft.“ Auch Rampl vom Müllerbund kann das bestätigen: „Die Versorgungslage in Deutschland ist zwar sicher, aber wir werden nicht umhinkommen, die steigenden Energie- und Dünger-Preise weiterzureichen“, sagt Rampl vom Müllerbund.

„Interessant ist auch der Punkt der Investoren, die mit Getreide spekulieren“, sagt die Altöttinger Mühlenbetreiberin Bruckmayer. Der Vorstandsvorsitzende des Bayerischen Müllerbundes, Rudolf Sagberger, warnt davor mit Weizen zu spekulieren, und wirft die Frage auf, ob ein Gut wie Weizen an internationalen Börsen gehandelt werden dürfe. An der Getreidebörse Matif in Paris nähert sich der Weizenpreis pro Tonne derzeit der 400 Euro-Marke.

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