Wirtschaftsschule bangt um Existenz

Mühldorf - Die "Private Wirtschaftschule Gester" in Mühldorf fürchtet um ihre Existenz. Grund: Es soll eine neue, staatliche Wirtschaftsschule gegründet werden.

Die Neugründung einer staatlichen Wirtschaftsschule Altötting lehnt die Leitung der "Privaten Wirtschaftsschule Gester" in Mühldorf strikt ab. "Sollte es zu dieser Neugründung kommen, ist das für uns existenzbedrohend", sagte Schulleiter Walter Krohe. Derzeit werden an der Mühldorfer Wirtschaftsschule 330 Jugendliche unterrichtet. 112 davon kommen aus dem Landkreis Altötting.

In der Regel haben die Wirtschaftsschulen im Freistaat einen Einzugsbereich von rund 30 Kilometern. Das für Altötting vorgesehene Kooperationsmodell zwischen Hauptschule, Wirtschaftsschule und Berufsschule soll nach den Plänen der Staatsregierung nur dort realisiert werden sollte, wo es keine Wirtschaftsschule gibt. "Ministerpräsident Horst Seehofer hat in einem Gespräch mit uns am 17. November letzten Jahres zugesichert, dass der Bestand der Wirtschaftsschulen unbedingt zu sichern und es zu vermeiden sei, dass bestehenden Wirtschaftsschulen geschadet werde", sagte Krohe.

"Wir dachten wir können uns auf das Wort des Ministerpräsidenten verlassen, dies scheint nicht der Fall zu sein." Schüler müssen in Mühldorf 95 Euro Schulgeld im Monat bezahlen. "Die staatliche Wirtschaftsschule in Altötting verursacht den Eltern keine Kosten", weist Krohe auf die ungleiche Wettbewerbssituation hin. Er fürchtet bei einer Neugründung bis zu zehn Lehrer entlassen zu müssen.

Nach Angaben von Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber achtet das Kultusministerium bei Neugründungen darauf, die Existenz bestehender Schulen nicht zu gefährden. Zumindest in diesem Punkt hat die Wirtschaftsschule Gester bereits etwas erreicht: "Nach meiner Einschätzung ergibt sich jetzt ein neues Bild und der Anlass, sich noch einmal mit der Frage zu befassen", sagte Huber. Offensichtlich ist das Kultusministerium bereit die Situation in den Landkreisen Mühldorf und Altötting zu überdenken. Eine Entscheidung fällt laut Huber bereits am morgigen Dienstag. hon/sb

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