Lieder zeigen die Einheit Europas

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Mühldorf - 500 begeisterte Zuhörer erfreuten sich am Tag der Deutschen Einheit an Liedern aus ganz Europa im Mühldorfer Stadtsaal.

Wie der Initiator der Veranstaltung, der Kreisvorsitzende der überparteilichen Europa-Union, Dr. Herbert Heiml, bei der Begrüßung betonte, sei der Tag der Deutschen Einheit für diese Veranstaltung bewusst gewählt worden, denn nur ein auch vereintes Europa könne den Frieden weiterhin erhalten. In seinen geschichtlichen Rückblicken in den Gesangspausen über die Heimatorte der beteiligten Chöre stellte er eine Genverwandtschaft fest, die auf die Zeit der Völkerwanderung und die Kelten zurückzuführen sei.

Europa in Liedern

Die kulturelle Verwandtschaft Europas spürten an diesem Abend im Stadtsaal alle Anwesenden. Die Volkslieder und Kunstlieder von England bis Mazedonien, von Osteuropa über Skandinavien bis Italien entsprachen ganz den Erwartungen und dem Geschmack des Publikums. Jeder der beteiligten Chöre trug zum Gelingen des Abends seinen Großteil bei. Mitinitiator Edi Kästner mit der etwas verstärkten Liedertafel aus Kraiburg, hatte wohl den Löwenanteil, denn seine Männer sangen eingangs italienisch, salzburgisch und auch Harmonies der 20er-Jahre, Letzteres aber verstärkt mit den Damen des Chores St. Bartholomäus. Später bewies der Chor noch seine ungeheure Vielseitigkeit in süd- und osteuropäischen Melodien. Ob die Weisen getragen oder flott waren, beim Rhythmus half die Pianistin Shanna Larionov ausgesprochen einfühlsam auf dem Flügel bei den Überleitungen. Der Sängerbund Mühldorf brachte unter der Leitung von Dr. Koller deutsches Kunst- und Volkslied aus mehreren Jahrhunderten zu Gehör . Manfred Markefka hatte sich mit seinem Altmühldorfer Männerchor ebenfalls auf deutsches Liedgut eingestellt, wobei er die bayerische Darstellung von der Schöpfung recht logisch - weil heimatverbunden - dargestellt wurde.

Nicht nur Augenweide, sondern auch Ohrenschmaus war der Salzburger Singkreis Gnigl. In hellen und flotten Tönen besangen die 14 Damen und 6 Männer ihre Heimat und Tirol, doch zollten sie auch den Oberbayern Tribut. Dann, im zweiten Teil, zeigten sie beim Vortrag der Kunstlieder aus Böhmen, Norwegen und England höchste musikalische Sensibilität, die sie auch vortragsmäßig äußerst gelungen rüberbrachten. Man würde den anderen Chören Unrecht tun, nannte man den Coro San Tomaso aus Caneva den besten. Aber seine italienischen Lieder hatten was von Hymnen, Landschaft und Liebe, was man verstand, obwohl man nicht italienisch konnte. Mit Hilfe des Freundeskreises Caneva trat dieser im Landkreis durchaus schon beliebte Klangkörper in der gewohnten Weise überzeugend auf. Neben seinen friaulischen Weisen glänzte er zudem mit einem in Deutsch gesungenen Abendlied. Zum Abschluss des Konzertes sangen die etwa 130 Sänger unter der Leitung von Edi Kästner zuerst Verdis Gefangenenchor aus Nabucco und anschließend den Teil aus Beethovens Neunter, der zur Europahymne wurde.

Geschmackvoll hatten die Veranstalter als Abschlusslied des Konzertes zum Tag der Deutschen Einheit das Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" gewählt, das im ganzen Saal von über 600 Kehlen gern gesungen wurde. Denn für Deutschland und seine Nachbarn gilt tatsächlich, das sie noch nie so friedvoll zusammen gelebt haben wie zuletzt.

nz/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © nz

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