Erster Skate-Contest in Mühldorf

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VerschiedensteTricks auf vier Rollen zeigten die Skateboarder beim ersten Skate-Contest in Mühldorf.

Mühldorf - Wer weiß, was Ollie, Kick-Flip und Heel-Flip sind, war am Samstagnachmittag in der Kaiser-Ludwig-Straße genau richtig. Dort fand der erste Mühldorfer Skate-Contest statt.

Die Veranstaltung stand auch im Zeichen des Wunsches vieler Jugendlichen nach der Eröffnung einer Skaterhalle.

Über 100 Skater waren gekommen, 56 gingen an den Start, nur die Mädchen fehlten. Über eine Rampe und eine Slide-Stange oder einfach nur mit viel Geschick hoch in die Luft gesprungen, zeigten die Jungs im Alter zwischen sieben und 40 Jahren ihr Können.

In Fünfer-Gruppen traten die Skater getrennt nach U- und Ü-18-Jährigen gegeneinander an. Der erste Starter einer Gruppe machten einen Trick vor, die anderen mussten ihn nachmachen. Wer einen Fehler machte, schied aus – so lange, bis nur noch einer übrig blieb: der Gewinner.

„Die Idee ist entstanden, um den Aktiven in der Gegend eine Plattform zu bieten“, sagte Organisator Erwin Schwarz. Und die Resonanz war riesig. „Über Facebook hatten sich über 100 Starter angemeldet“, berichtete der Geschäftsführer des Skater-Shops „Cocaines 2.0“, „das wäre fürs erste Mal fast ein bisschen viel gewesen.“ So ist er mit 56 Startern ganz zufrieden, vor allem weil die Teilnehmer sogar aus Regensburg, München, Landshut und Deggendorf nach Mühldorf gekommen waren.

Riesen-Jubel brandete auf, als Jugendreferent Gottfried Kirmeier gleich zu Beginn das Thema ansprach, das der Szene am meisten unter den Rollen brennt: die Pläne zu einer Skate-Halle in Mühldorf. Derzeit prüfe die Stadtverwaltung verschiedene Alternativen.

Im Gespräch sind eine ehemalige Produktionshalle auf dem ehemaligen Finsterbusch-Gelände und ein Platz auf der geplanten Verlängerung der Bischof-Kettler-Straße neben dem Kino. Während des ganzen Nachmittags sammelten die Veranstalter Unterschriften für die Skate-Halle.

In Mühldorf und im ganzen Landkreis gebe es eine Skater-Szene mit über 200 Aktiven in allen Altersgruppen, schätzt Erwin Schwarz. „Ihnen einen Platz in der Stadt zu geben, wäre wichtig“, meint er. Der Platz, der 1996 in Altmühldorf eingeweiht wurde, sei viel zu klein, zu dezentral und für den Winter überhaupt nicht geeignet, bestätigt auch Jugendreferent Kirmeier. „Die versteckte Lage zieht auch viele andere Gruppen an, die dort unbelästigt trinken und sich die Zeit vertreiben wollen“, sagt Schwarz, „so kommen die Zerstörungen zustande.“ Ein Skater würde sich niemals selbst seine Bahn kaputt machen.

Schon Ende 2010 habe es erste Gespräche mit rund 20 Jugendlichen gegeben, viele seien erst elf oder zwölf Jahre alt, für die sei es schwierig, sich allein Gehör zu verschaffen, sagt er. Und Ängste vor Zerstörung seien völlig unbegründet, meint Schwarz, die meisten Skater seien einfach froh, einen Platz für ihr Hobby zu haben. „Für die ist das Sport, Skaten fördert die Koordination, den Gleichgewichtssinn und kognitive Fähigkeiten“, sagt er.

Die Halle neben dem Jugendzentrum anzusiedeln sei sinnvoll, so Kirmeier, weil die Skater so an die sozialpädagogische Betreuung im Juz angegliedert werden könnten, auch die Infrastruktur sei schon vorhanden. Zudem gebe es intern Pläne, die Halle mit einer bestehenden Hallen-Fußball-Gruppe und der Jongliergruppe des Juz gemeinsam zu nutzen. Auch baurechtlich stünde der Umnutzung nichts im Wege, so Kirmeier. „Die Jungs brauchen auf alle Fälle einen Platz“, sagt er, „und Mühldorf als Kreisstadt würde gut stehen, wenn sie der Jugend etwas Gutes zur Verfügung stellen würde."

nl/Mühldorfer Anzeiger

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