Erste Asylbewerber in Mühldorf eingetroffen

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Mühldorf - Die ersten 13 von 58 Asylbewerbern sind in Mühldorf eingetroffen und haben ihre Zimmer bezogen. Schlimme Erlebnisse und Schicksale liegen hinter ihnen.

Die Regierung von Oberbayern dankte der Stadt und dem Landkreis Mühldorf für ihre Unterstützung. Die ersten 13 afghanischen und syrischen Asylbewerber sind in der Bahnhofsstraße in Mühldorf in ihre Unterkunft eingezogen. Weitere 45 werden in den nächsten Tagen in die Bahnhofsstraße und in die Friedrich-Ebert-Straße erwartet.

Regierungsvizepräsident Ulrich Böger zeigte Staatsminister Dr. Marcel Huber, Landrat Georg Huber und Bürgermeister Günther Knoblauch die renovierten und neu eingericheten Räume in den beiden Häusern.

Die ersten Asylbewerber kommen aus Afghanistan und Syrien. Eine fünfköpfige Familie aus Afghanistan, die vor den Taliban geflohen ist, hat zwei Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft bezogen. Sie sind froh, dass sie den Kriegswirren in ihrer Heimat entkommen konnten. Ebenso eine Frau aus Syrien, die mit ansehen musste, wie ihr Sohn vor ihren Augen getötet wurde.

"Derzeit haben wir in Oberbayern 2250 Asylbewerber unterzubringen. Uns fehlen noch 1600 Plätze. Wir danken der Stadt und dem Landkreis Mühldorf sehr, dass sie unserer Bitte nachgekommen sind, und diese Gemeinschaftsunterkunft für die Asylbewerber entstehen konnte. Nicht überall stoßen wir mit unserer Bitte auf Unterstützung auf Gegenliebe", erklärte Regierungsvizepräsident Ulrich Böger.

Für Landrat Georg Huber und Bürgermeister Günther Knoblauch war es eine Selbstverständlichkeit die Regierung von Oberbayern zu unterstützen. "Wir leben in einer stabilen Demokratie und haben einen Wohlstand, der nicht selbstverständlich ist. Es ist auch unsere christliche Pflicht Menschen in Not zu helfen", stellte Landrat Georg Huber heraus.

Bürgermeister Günther Knoblauch will die Betreuung der Kinder schnell in normale Bahnen lenken. "Diesen Menschen zu helfen ist eine Pflicht, der wir gerne nachkommen. Unser Ziel muss es sein, die Kinder und Familien schnell zu integrieren und Schul- und Kindergartenbesuche zu organisieren", betonte Knoblauch.

"Wir haben hier menschliche Schicksale, die wir uns nicht vorstellen können. Hier zu helfen ist Bürger- und Christenpflicht", erläuterte Staatsminister Dr. Marcel Huber.

In den beiden Häusern stehen geräumige Zimmer für die Asylsuchenden zur Verfügung. Sieben Quadratmeter pro Person sind nach der neuen Gesetzeslage vorgesehen. Alle Wohnräume sind frisch renoviert. Gekocht wird in einer Gemeinschaftsküche, die von den einzelnen Familien benutzt werden kann. Die Lebensmittel stellt die Regierung von Oberbayern zur Verfügung.

Die Betreuung der Asylverfahren übernimmt das Mühldorfer Landratsamt. Bürgermeister Günther Knoblauch hat bereits Kontakt zum Haus der Begegnung aufgenommen. Dort soll ein Programm erstellt werden, dass die Familien wieder zu einem geregelten Tagesablauf kommen. Schnell organisiert sollen auch Deutschkurse für die Asylbewerber werden. "Wir sind sehr froh, dass wir hier sein können und sind sehr dankbar", erklärte die Frau aus Syrien.

sb/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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