Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Angst vor zu viel Verkehr

Erst müssen Infos her: Mühldorfer Bauausschuss stoppt Pläne für Gewerbegebiet am Kingdom Parc

Kamele statt Gewerbe: Am Kingdom Parc, wo der Circus Brumbach derzeit sein Winterquartier aufgeschlagen hat, soll eine Logistikhalle entstehen. Bevor die Stadt zustimmt, will sie aber mehr Informationen.
+
Kamele statt Gewerbe: Am Kingdom Parc, wo der Circus Brumbach derzeit sein Winterquartier aufgeschlagen hat, soll eine Logistikhalle entstehen. Bevor die Stadt zustimmt, will sie aber mehr Informationen.

Der Bauausschuss hat die Änderung des Bebauungsplans für das Gelände des Kindom Parcs zurückgestellt. Grund sind mangelnde Informationen darüber, was geplant ist. Jetzt muss der Investor Rede und Antwort stehen.

Mühldorf – Ein Investor will auf dem Gelände des Mühldorfer King Dom Parc eine Gewerbehalle errichten, er macht bislang aber keine näheren Angaben, was er genau dort bauen will.

Auslöser der einstimmigen Entscheidung waren Bedenken von Stadträten über eine zu hohe Belastung Altmühldorfs durch Zubringerverkehr, sollte dort eine Logistikhalle entstehen. Viele Stadträte rechnen dort mit dem Betrieb eines

Zusage der Stadt reicht dem Bauausschuss nicht

Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner betonte zwar, dass der Verkehrsplaner der Stadt sich im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens mit dem Straßenbauamt in Rosenheim abstimmen werde. Den Bauausschussmitgliedern reichte das aber nicht.

Sorge um zuviel Lieferverkehr

So forderte Gottfried Kirmeier (SPD), die Zufahrt zu regeln. Er fürchtet, dass viele über die Münchner Straße und durch Altmühldorf fahren werde. Er forderte, den Verkehr auf die ehemalige B 12 und den Ecksberger Kreisel zu leiten, um Anwohner zu schützen. „Dort gehen Kinder zur Schule, dort sind alte Menschen unterwegs“, warnte er.

Mehr zum Thema: 13 Meter bleiben die Obergrenze - Stadt Mühldorf erlaubt neue Bebauung des Geländes am Kingdom Parc

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) erinnerte an die derzeit erlaubten Einrichtungen auf dem Gelände. „Wenn dort gebaut worden und in Betrieb genommen wäre, was zugelassen ist, wäre die Verkehrsbelastung viel höher als durch ein Gewerbegebiet“, sagte er. Diskothek, Tankstelle, Spielhalle, Gaststätten, all das hätte zu weit mehr Autos geführt. Er sagte zu: „Wir werden alles unternehmen, um den überörtlichen Verkehr umzulenken.“

Vorwurf derFlickschusterei

Der Bürgermeister glaubt nicht, dass Lastwagenfahrer die Münchner Straße als Zufahrt nutzen werden, die meisten Lastwagen würden Richtung München über den Ecksberger Kreisel fahren. Er warb erneut dafür, die Brachfläche am Rand der Stadt zu nutzen.

Auch interessant: Kingdom Parc wird geschlossen

CSU-Fraktionssprecher Stefan Lasner widersprach dem Bürgermeister: „So lange wir nicht wissen, was dahin kommen soll, können wir über die Verkehrsbelastung nichts sagen.“

Stadträte fürchten Verteilzentrum mit vielen kleinen Lieferwagen

Er nannte als Beispiel Lieferwagen, die sich von einem Logistikzentrum aus den Weg durch Altmühldorf suchen würden. In Zeiten des Internethandels sei ein Verteilzentrum mit hoher Belastung für die Nachbarschaft verbunden. Hetzl schlug als Reaktion auf Lasner vor, die Nutzung des Geländes durch einen Paketlieferdienst auszuschließen.

Das nannte Dr. Matthias Kraft (Grüne) Flickschusterei. „Wir hätten uns stattdessen überlegen sollen, was wir wollen und wie das Gelände genutzt werden könnte.“ Mit dem derzeitigen Vorgehen verliere die Stadt stetig ans Einfluss und Gestaltungsmöglichkeit.

Investor soll Rede und Antwort stehen – allerdings nicht öffentlich

Grundsätzlich für eine gewerbliche Nutzung sprach sich Karin Zieglgänsberger (UM) aus, nannte den derzeitigen Stand aber nebulös. „Man kann es schlecht fassen, was da kommen wird“, sagte sie. Ohne nähere Informationen sei nur schwer eine Entscheidung möglich, zeigte sie Verständnis für die Vorbehalte der anderen Bauausschussmitglieder.

Änderung des Bebauungsplan vorerst gestoppt

Auch Bürgermeister Hetzl schloss sich dem Wunsch an, genauer zu erfahren, was dort passieren soll. Auf Anregung von Stadtbaumeisterin Weichselgartner verlangte der Bauausschuss schließlich eine Aussprache mit dem Grundstücksbesitzer, bevor sich das Gremium mit weiteren Planungsschritten befassen wird. Der Ausschuss stellte die nächsten Schritte zur Änderung des Bebauungsplans deshalb zurück. Die geforderte Informationsveranstaltung vor dem Stadtrat soll nicht öffentlich sein.

Bis jetzt keine Einwände aus der Nachbarschaft

Keine Einwände aus der Nachbarschaft gegen die Ausweisung eines Gewerbegebiets gibt es im Rahmen der Bauleitplanung bisher nicht.

Kommentare