Erinnern und Neonazis keinen Raum geben

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Eine Rose und ein Stein: Wie es auf jüdischen Friedhöfen Brauch ist, so gedachten die Teilnehmer am Freitagabend der Opfer des NS-Regimes am KZ-Friedhof in Mühldorf.

Mühldorf- Zum ersten Mal veranstaltete der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen am KZ-Friedhof in Mühldorf eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Gedenkfeier am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz soll zu einem "festen Bestandteil des Erinnerns für die Stadt und den Landkreis" werden. Das machte der stellvertretende Ortssprecher Dr. Georg Gafus am Freitagabend klar.

Zahlreiche Besucher waren der Einladung der Grünen gefolgt. Einer von ihnen war Hermann Höllenreiner, der im März 1943 als Neunjähriger als Angehöriger der Volksgruppe Sinti ins Lager nach Auschwitz verschleppt wurde.

Gemeinsam mit seiner Frau Else erlebte der Mettenheimer am KZ-Friedhof in der Ahamer Straße eine würdige Feierstunde. Für den besinnlichen Rahmen sorgte die Stadtkapelle Mühldorf mit Musik, Dekan Roland Haimerl mit einem Gebet, Maria Wagner mit einem Psalm und Kreisjugendseelsorger Rupert Schönlinner mit einem Auszug aus Max Mannheimers Veröffentlichung "Spätes Tagebuch".

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Dass die Erinnerung nicht Aufgabe Einzelner sein kann, betonte Dr. Georg Gafus und forderte ein noch stärkeres Engagement über Parteigrenzen hinweg. Der stellvertretende Ortssprecher blickte zurück auf die Grausamkeiten der Nationalsozialisten, auf das unmenschliche Leid im Waldlager und am Bunkergelände im Mühldorfer Hart, auf die 3000 Todesopfer dort.

Gafus erklärte aber auch, dass das Thema an Aktualität nichts verloren habe. Im Gegenteil: Die Enthüllungen um die Zwickauer Terrorzelle seien ebenso traurige Realität wie die Aktivitäten der Neonazis in der Region.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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