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So lief der „Blitzermarathon“ am Donnerstag an der B299 bei Erharting

„Potzblitz nur 40 Euro! Da bin ich ja noch günstig“: Nicht jeder nimmt Radarfalle mit Humor

Die Kontrollaktion der Polizei an der B299 bei Erharting im Rahmen des „Blitzer-Marathons“ am Donnerstag.
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Die Kontrollaktion der Polizei an der B299 bei Erharting im Rahmen des „Blitzer-Marathons“ am Donnerstag.

Am Donnerstagnachmittag beteiligte sich auch die Mühldorfer Verkehrspolizei am „Blitzermarathon“, unter anderem an einer Kontrollstelle an der B299 bei Erharting. Wir haben die Beamten dabei begleitet.

Erharting - „Da sehe ich diese nett winkenden Polizisten. Da dachte ich mir: Ach wie nett, winke ich doch zurück. Dann im nächsten Moment: Ach herrje, na da werden sie mich wohl geblitzt haben!“, berichtet ein Autofahrer mit kräftig rheinländischem Dialekt. Er scheint den Umstand, dass er soeben mit ein paar km/h zu viel erwischt wurde, mit einer kräftigen Dosis Humor zu nehmen. „Bin ja auch selber schuld!“, fährt er fort, „Ich komm grad‘ von einer Tagung, da haben wir noch drüber geredet und zack: Bin ich selber zu flott unterwegs und werde erwischt.“ Während wir uns unterhalten kommt einer der Polizisten mit seinem Bußgeldbescheid zurück. „Potzblitz nur 40 Euro! Da bin ich ja noch günstig davongekommen!“, posaunt er dem Beamten entgegen, der ob all dieser Fröhlichkeit für einen Moment verwundert blinzelt.

„Na dann, habt noch einen schönen Tag, bleibt gesund und noch viel Erfolg“, ruft der Rheinländer schließlich den Polizisten zu, nachdem er sich wieder in sein Auto geschwungen hat und den Rastplatz einer Gaststätte an der B299 bei Erharting verlässt. Nicht jeder nimmt das ganze so gelassen wie er hin. Andernorts gibt es betretene oder versteinerte Gesichter, wenn die erwischten Autofahrer über ihr Vergehen aufgeklärt werden. „Ich kann gar nicht zu schnell gewesen sein!“, sind die ersten Worte einer älteren Dame, als sie ihre Windschutzscheibe ihres Geländewagens mit Mühldorfer Kennzeichen heruntergekurbelt hat. Sie bleibt aber, wie alle, die an diesem Tag hier kontrolliert werden, ruhig und höflich.

So lief der „Blitzermarathon“ am Donnerstag an der B299 bei Erharting

Am Donnerstag fanden im Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf am Inn an mehreren Örtlichkeiten im Rahmen des „24-Stunden-Blitzmarathons“ Geschwindigkeitskontrollen statt. „Erfreulicherweise kam es auf Grund der disziplinierten Fahrweise der Verkehrsteilnehmer lediglich zu 10 Beanstandungen wegen überhöhter Geschwindigkeit, die sich in einem Bereich befanden, so dass kein Fahrverbot auszusprechen ist“, so Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Stocker im Anschluss. Kontrolliert wurde auch an der Autobahnabfahrt Mühldorf/Nord bei Erharting, unter Mitwirkung von Kräften der Bereitschaftspolizei aus München. „Bei dieser Abfahrt der A94 handelt es sich um einen Unfallschwerpunkt, an dem sich immer wieder Verkehrsunfälle - auch mit verletzten Personen - ereignen. Hier mussten neun Verkehrsteilnehmer wegen überhöhter Geschwindigkeit beanstandet werden. Die höchste Geschwindigkeit betrug 86 km/h, was mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt geahndet wird.“

Die Kontrollstelle für die Kontrollaktion der Polizei an der B299 bei Erharting im Rahmen des „Blitzer-Marathons“ am Donnerstag wird eingerichtet.

Im vergangenen Jahr mussten die sieben eingesetzten Beamten an den beiden Messstellen in Schoßmühle an der B299 bei Erharting und innerorts an der Äußeren Neumarkter Straße nur zwölfmal aktiv werden. Im Bereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg hatten die Beamten beim „Blitzmarathon 2021“ sogar nur sechs Fahrten zu beanstanden. Dies führte Stocker damals auf den durch die Corona-Pandemie insgesamt verringerten Verkehr zurück.

Der Ablauf bei der Kontrollaktion der Polizei an der B299 bei Erharting im Rahmen des „Blitzer-Marathons“ am Donnerstag ist immer gleich: „Erwischte“ Autofahrer werden von einem Beamten mit Signalkelle herausgewunken ...

Am frühen Donnerstagnachmittag beginnt unterdessen die Einrichtung der Kontrollstelle. „Etwas weiter vorne stehen Kollegen mit einem Geschwindigkeitsmessgerät und prüfen, wie schnell die Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Wird jemand erwischt, teilen Sie es per Funk den Kollegen hier mit, die das Fahrzeug dann ‚herausziehen‘.“ Dabei teilen sich mehrere Beamten die Aufgaben und wechseln diese auch durch. Jeweils einer steht mit einer Signalkelle an der Straße und winkt die Erwischten heraus. Auf dem Parkplatz werden sie dann von zwei weiteren Beamten in Empfang genommen, welche die Fahrzeuge in einen markierten Parkbereich bringen.

... anschließend werden auf speziell markierten Parkplätzen die Fahrzeuge und Papiere der Temposünder kontrolliert, während im als Büro funktionierenden Polizeibus die Bußgeldbescheide erstellt werden.

Dann wird den Fahrzeugführern ihr jeweiliges Vergehen erläutert und Führerschein und Fahrzeugpapiere inspiziert. Unterdessen sind in einem als mobiles Büro dienenden Polizeibus weitere Beamte bereits mit der Bearbeitung des Falls und der Erstellung des Bußgeldbescheids beschäftigt. Bis dieser fertig ist, wird noch die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs geprüft, etwa auch durch die Prüfung ob Warndreieck und Verbandskasten ordnungsgemäß vorhanden sind. Die Stimmung ist insgesamt ruhig. Ab und zu schaut auch der eine oder andere Radlfahrer, der auf der beliebten Strecke unterwegs ist vorbei um zu erfahren, was hier los ist.

Querschnitt der Bevölkerung und Fahrzeugtypen

„Nein, wir kontrollieren wirklich jedes Fahrzeug, das vorbeikommt,“ erläutert einer der Beamten der erwähnten Geländewagenfahrerin, „Und sie waren nun mal zu schnell unterwegs.“ Kurz nach ihr erwischt es eine Fahrerin mit Ebersberger Kennzeichen. „Da brauchen wir gar nicht reden - Ich war zu schnell!“, sind deren erste Worte, als sie die Fahrertüre öffnet. „Bei der Fahrt auf der Autobahn ist mir ständig ein anderer Autofahrer zu sehr auf die Pelle gerückt. Das ist mir an die Nerven gegangen und ich hab dann nicht aufgepasst. Das entschuldigt selbstverständlich nichts, aber so ist das halt passiert.“ Wie auch die acht anderen Autofahrer nimmt sie ihren Bußgeldbescheid widerspruchslos entgegen. „Ich hab‘s ja schon befürchtet, dass ich irgendwo Mist baue und ihr mich erwischt. Ich bin heute quer durch Oberbayern unterwegs“, gibt sich auch der Fahrer eines Transporters reumütig.

Am Ende der Kontrollaktion wird es ein recht umfangreicher Querschnitt der Bevölkerung und Fahrzeugtypen sein, welche auf dem Parkplatz bei Erharting mit ihren Geschwindigkeitsvergehen konfrontiert werden. Jung und alt, Kleinwagen und SUV, Familienauto und Cabriolet, Auto und Transporter fahren vor. „Wie gesagt wurden zwar eine Reihe von Personen erwischt, aber es blieb bei Beanstandungen“, schließt Polizeikommissar Stocker.

hs

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