Photovoltaikanlage an der A94 sorgt für Kopfschütteln

Erneuerbare Energien brauchen Erneuerung

+
Die unfertige Photovoltaikanlage an der A94 bei Töging
  • schließen

Töging - Über manche Bauvorhaben kann man nur den Kopf schütteln. Den Bürgern von Töging und Erharting liefert eine unfertige Solaranlage Grund dazu.

Es spricht nichts gegen erneuerbare Energie und die Anlagen, aus denen sie gewonnen wird. Ganz im Gegenteil. Die Bürger von Töging und Erharting werden das möglicherweise anders sehen. Immerhin schauen sie seit sieben Jahren auf einen 100 Meter langen Rohbau einer Photovoltaikanlage an der A94. Dieser Zustand soll sich jetzt durch einen Umbau ändern. 

Wie konnte es dazu kommen?

Vor nicht mal sieben Jahren wurde die Solaranlage gebaut. Sechs Jahre stritt ein Ehepaar aus Töging mit dem Freistaat Bayern darüber. Die beiden fühlten sich schon damals in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Schließlich, in letzter Instanz, wies der Bayerische Verwaltungsgerichtshof 2012 die Klage ab. Der Ehepaar-Protest ist aber genau jetzt das Problem. Der Rechtsstreit hat den Bau verzögert, die Einspeisevergütung war nicht mehr rentabel. Also haben die Investoren den zweiten Bauabschnitt nicht fertig gestellt. Übrig bleibt: ein unschöner Rohbau, auf dem die Solarzellen fehlen, und 100 Meter Beton-Fundamentbalken, die auf dem Lärmschutzwall aufliegen.

Was bringt der Umbau?

Folgendes soll jetzt geändert werden: Die überstehenden Module des ersten Bauabschnittes kommen weg und werden auf den "Rohbau" gelegt. Das Bauamt in Töging ist froh über die positive Entwicklung, der Bauantrag der Firma MR Solar GmbH&Co KG wurde einstimmig befürwortet. Dass beim Bau der Anlage seit August 2007 nicht alles optimal ablief, räumt Robert Vohwinkel, einer der Geschäftsführer der welivit New Energy GmbH, ein. Diese ist Betreiber eines Fonds, der auch die Firma MR Solar umfasst. Eine erste Kostenschätzung für den Umbau beläuft sich auf rund 950.000 Euro.

Was die Töginger wissen sollten

Aktuell ist eine Dauer von drei bis vier Monaten für die gesamte Umbaumaßnahme geplant. Der Beginn der Bauarbeiten ist aber abhängig vom Baugenehmigungsverfahren der beiden Landratsämter Altötting und Mühldorf, klärt Stephan Thoenissen, weiterer Geschäftsführer der welivit New Energy GmbH, auf. Ob die Töginger mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen haben, ist noch nicht endgültig geklärt.

von Bettina Pohl

Zurück zur Übersicht: Erharting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser