"Logistikzentrum unwahrscheinlich“

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Erharting/Töging - Landrat Erwin Schneider glaubt nicht an den Bau eines Netto-Logistikzentrums. Das Wasserschutzgebiet ist aber nicht der Grund für seine Einschätzung.

Auf „fünf Prozent oder geringer“ schätzt Altöttings Landrat Erwin Schneider (CSU) die Wahrscheinlichkeit des Baus eines Netto-Logistikzentrums auf Erhartinger Gemeindegebiet nahe der Autobahn im Einzugsgebiet des Töginger Wasserschutzgebietes.

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Schneider sagte in der Kreistagssitzung des Landkreises Altötting am Montag, nicht das Wasserschutzgebiet sei der ausschlaggebende Grund für seine Einschätzung. Aus dem Landratsamt Altötting waren am Dienstag keine Einzelheiten zu erfahren, die zur Aussage Schneiders geführt haben könnten.

Ein mögliches Argument könnte die vorgeschriebene Anbindung des Logistikzentrums an das Gewerbegebiet Mühldorf sein, die die Stadt Mühldorf derzeit erarbeitet. Darauf wies der Fraktionssprecher der CSU, Dr. Tobias Windhorst, während der Kreistagssitzung hin. Nach seiner Ansicht schreibt das „landesplanerische Anbindegebot“ vor, dass „das Gewerbe nicht gewissermaßen mitten in der Landschaft ohne Anbindung an eine bestehende Siedlungsstruktur platziert werden darf. Damit soll eine Zerstückelung der Landschaft verhindert werden.“ Windhorst zufolge soll „die geplante Errichtung auf Erhartinger Gebiet direkt an der Gemeindegrenze zur Stadt Mühldorf erfolgen, ohne jegliche Anbindung an ein bestehendes Erhartinger Gemeindegebiet“.

Für den Fraktionssprecher ist dies „der geradezu klassische Fall, der mit dem Anbindegebot verhindert werden soll“. Laut Windhorst widerspricht das Logistikzentrum an der geplanten Baustelle landesplanerischen Grundsätzen und dürfte deshalb nicht genehmigungsfähig sein. „Dies dürfte bereits für die Bauleitplanung gelten“, sagt Windhorst.

Windhorst, der auch CSU-Fraktionssprecher im Töginger Stadtrat ist, veröffentlichte am Dienstagvormittag sein Schreiben an die Regierung von Oberbayern, mit der das Bauvorhaben abgestimmt werden muss. Windhorst: „Zum einen werden hier die Belange des Wasserschutzes mit Füßen getreten. Hierzu haben wir uns bereits an den bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber gewandt“, sagte Windhorst. Der Töginger Stadt- und Kreisrat Günter Zellner (SPD) hatte in der Sitzung Landrat, Kreisräte und Abgeordnete gebeten, sich gegen den Bau eines Logistikzentrums mit Waschanlage und Tankstelle im Töginger Wasserschutzgebiet auszusprechen.

rob

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